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Körper []

Körper

A: ǧasad. – E: body. – F: corps. – R: telo. – S: cuerpo. – C: shenti 身体

David McNally (I.), Oliver Decker (II.)

HKWM 7/II, 2010, Spalten 1780-1812

I. Seit dem Zusammenfluss orphischer – verdichtet in der Formel sôma sêma, der K ein Grab (vgl. Jonas 1934) –, über Platon weiterwirkender K-Feindschaft und dem Anspruch der Stoa, das ἐγεμονικόν, den führenden Seelenanteil, vom K radikal abzukoppeln, mit dem Dualismus der Gnosis im Christentum stand für die Hauptströmungen der westlichen philosophischen Tradition der K als Sitz irrationaler Begehren und Leidenschaften dem Geist feindlich gegenüber. Zwar bildeten sich immer wieder abweichende Strömungen im Rahmen verschiedener materialistischer Tendenzen, die die ›Leiblichkeit‹ (embodiment) als ein Kernproblem menschlicher Existenz begriffen, doch wurden sie marginalisiert oder verfolgt und standen überdies dem Problem der menschlichen Freiheit weitgehend begriffslos gegenüber.

Marx denkt bereits in den Pariser Manuskripten Gesellschaft perspektivisch als »Resurrektion der Natur« (…), worin »eine andere redemptio corporis nostri, die Wiederauferstehung des Leibes aus christlich-antichristlicher Verdrängung« anklingt (Haug 2001/2010). In der KrpÖ begreift Marx den Leib als geschichtliche Naturgrundlage des bewussten Seins der Menschen gegenüber seiner Formierung in der kapitalistischen Produktionsweise. Eine seiner wesentlichen Neuerungen ist die Entwicklung eines Materialismus, der den menschlichen K in seiner praktisch vermittelten Geschichtlichkeit in den Mittelpunkt stellt und zugleich ein gehaltvolles Verständnis von Freiheit ermöglicht. Vieles von dem, was später als Theorie der ›Biomacht‹ firmiert, findet der Sache nach und auf der Höhe des kapitalistischen Zeitalters Grundlagen bei Marx.

II. Die gegen Ende des 20. Jh. diagnostizierte »Wiederkehr des K« (Kamper/Wulf 1982) spielt auf eine neue, durch Produktivkraftentwicklung ermöglichte Stufe technisch-medizinisch-kultureller Bearbeitung des K an. Hierfür wird Sigmund Freuds Erkenntnis aufgegriffen, dass das Ich »vor allem ein körperliches« und nicht scharf vom Unbewussten abzugrenzen ist (Das Ich und das Es, 1923). Der K kommt zu Bewusstsein in seiner »Widerständigkeit«, »er spielt nicht mehr mit« und gibt damit Auskunft über seine Zurichtung durch »Disziplinierung« und in der »Prothesenmedizin« (Kamper/Wulf 1982). Mit der Hereinnahme der Psychoanalyse in eine marxistische Theorie der Gesellschaft war die Hoffnung verbunden, nicht nur die »Bildung der 5 Sinne« als »eine Arbeit der ganzen bisherigen Weltgeschichte« (Marx, Ms 44), sondern damit einhergehend die Bildung von Bewusstsein und Unbewusstem in der warenproduzierenden Gesellschaft zu rekonstruieren. Wesentliche Anstöße zum Denken dessen, was bei der gesellschaftlichen Hervorbringung des K entfremdet, verdrängt und normiert wird, kamen auch von der feministischen Wissenschaft, die sich mit einem ebenfalls identitätskritischen Programm an die Dechiffrierung des K in den Geschlechterverhältnissen machte (Becker-Schmidt 2004).

Arbeit, Arbeitskraft, Arbeitsteilung, Bedeutung, Bedürfnis, Befriedigung, Bewußtsein, dialektisches Bild, Disziplin, Eingedenken, Entfremdung, Erde, Erfahrung, Erinnerung, Eros, Faschisierung, Feminismus, Fordismus, Frauenbewegung, Freiheit, Freudomarxismus, Gattungswesen, Geist, Gentechnologie, Geschichte, Geschlecht, Geschlechterverhältnisse, Gestus, gesund/krank, Habitus, Hedonismus, Heteronormativität, Idealismus/Materialismus, Indeterminismus, industrielle Pathologie, Karneval, Klassenbewusstsein, kollektive Erinnerung, Kommodifizierung, Kopf und Hand, Lachen, lebendige Arbeit, Lebensweise, Marxismus-Feminismus, Maschinerie, Materialismus, Materie, Mensch-Natur-Verhältnis, Natur, Naturbeherrschung, Naturverhältnisse (gesellschaftliche), Phänomenologie, Psychoanalyse, Raum, Reproduktionstechnologien, reproduktive Rechte, Sexpol, Sexualität, sexuelle Befreiung, Sinnlichkeit, Sprache, Subjekt, Unbewusstes, Vernunft, Warenästhetik, Widerstand, Zweite Natur

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