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Künstliche Intelligenz []

Künstliche Intelligenz

A: ḏakā' iṣṭinā'ī. – E: artificial intelligence. - F: intelligence artificielle. – R: iskusstvennyj intellekt. - S: inteligencia artificial. - C: yishuzhishifenzi 艺术知识分子

Christof Ohm

HKWM 8/I, 2012, Spalten 483-501

Im 1955 in den USA geprägten Begriff KI, zunächst auch »maschinelle I«, kreuzen sich Diskurse über Mechanik und Geist, die traditionell zumeist im Spannungs- bzw. Ausschlussverhältnis zueinander standen. Das Zeitalter der bürgerlichen Revolutionen und Aufklärung brachte das mechanistisch-materialistische Weltbild hervor. Es war die Epoche nicht nur des Uhrwerks, sondern bereits der ersten mit Lochstreifen gesteuerten Musik- und Webautomaten sowie mechanischen Rechenmaschinen wie denen von Wilhelm Schickard (1623), Blaise Pascal (1641) und Gottfried Wilhelm Leibniz (1673). Klassisch ausgearbeitet hat Thomas Hobbes diese Weltsicht in Leviathan (1651), knapp hundert Jahre später gipfelte sie in Julien Offray de La Mettries L’homme machine (1747), in dem das »neurokybernetische Modell« des 21. Jh. sich vorgebildet findet (Tetens 1999). Den epochal siegreichen scheinbaren Gegensatz realisierte 1641 Decartes’ Dualismus von »denkender« vs. »ausgedehnter« Substanz (Meditationes de prima philosophia). Es ist dies ein Kompromiss, der – unter Wahrung des Geistvorbehalts und damit unter idealistisch-theologieverträglicher Dominanz – die gesamte Natur- und Körperwelt dem mechanischen Paradigma überlässt.

Ein Schub der Engführung und Durchdringung beider Diskurse bahnte sich in den 1940er Jahren mit der Kybernetik an, einer aus dem »geheimen Zusammenfluss verschiedener Kriegswissenschaften« entstehenden »neuen Weltsicht« (Galison 1997). Sie hebt die Trennung auf, die zuletzt der Philosoph und Biologe Hans Driesch in seiner Schrift Die Maschine und der Organismus (1935) bekräftigt hatte, bevor der mathematische Grundlagenforscher und Techniker Alan M. Turing mit seinem berühmten Aufsatz »Rechenmaschinen und Intelligenz« (1950) beide Diskurse nachhaltig zu verschmelzen und damit ihre auf Komplementarität angelegte Neupositionierung zu erzwingen vermochte.

Welchen Entwicklungsstand hat KI zu Beginn des 21. Jh. erreicht? Ist der Begriff nach den leidenschaftlichen KI-Debatten, die ab 1960 etwa drei Jahrzehnte lang geführt wurden, noch von Nutzen? Auf diese Fragen antworten Informatiker, die »zu Datenbanken, Compilerbau, Computergraphik, Betriebssystemen« arbeiten, in Bereichen also, »die häufig als ›Kern-Informatik‹ bezeichnet werden«, zu Beginn der 2010er Jahre typischerweise: »KI? Das hat doch noch nie funktioniert!« oder »KI? Gibt es das überhaupt noch?« (Schmid 2012) Allgemeines Ziel der KI-Forschung ist es Ute Schmid zufolge gleichwohl, »Algorithmen für Problembereiche zu entwickeln, in denen der Mensch bislang Computersystemen überlegen ist« (…), was zunächst als Programm des Kompetenzentzugs erscheint. Als »Teil der Kognitionswissenschaft ist KI aber auch Erfahrungswissenschaft und versucht, durch Formalisierung und Implementierung menschlicher Informationsverarbeitungsprozesse« zur Erkenntnis der »Grundlagen menschlichen Denkens und Handelns« beizutragen (…).

KI in die inzwischen gewöhnliche ›Kern-Informatik‹ eingemeinden zu wollen, erklärt Frank Rieger vom Chaos Computer Club für gefährlich realitätsblind. Während »die Automatisierung in der industriellen Fertigung bisher eher im Zeitraum von Jahren und Jahrzehnten voranschreitet, gibt es für die Automatisierung geistiger Tätigkeiten keine Hindernisse für eine umsturzartige Veränderung«, die »einfache geistige« Tätigkeiten, aber auch die Arbeit überflüssig macht, die »Buchhalter, Anwälte, Personalentwickler, Marketingmitarbeiter, sogar Journalisten und Wissensvermittler« verrichten (2012). Massenhaftes Verschwinden von Arbeitsplätzen prognostiziert auch Frederick Kile (2012), der für die Wechselwirkung und Verschmelzung von klassischer und neuer Automation den Begriff »AMAT« (Automation and Machine Aided Thinking) prägt (…). Die Wege zu den (Denk-) Umbrüchen und deren Umrisse sowie die neuen Qualifikationsanforderungen und Konflikte, die sich für die mit KI-basierten Produktionsmitteln Arbeitenden ergeben, gilt es zu rekonstruieren.

allgemeine Arbeit, Automation, Denken, Geist, Gentechnologie, historische Individualitätsformen, hochtechnologische Produktionsweise, Information, informationelle Revolution, Informationsarbeiter, Informationskrieg/informationelle Kriegsführung, Intelligenz, Klonen, Kontrolle, Kritische Psychologie, Kybertariat, Lernen, Maschinenstürmer, Maschinerie, militärisch-industrieller Komplex, Produktivkraftentwicklung, Roboter, Technik, Technikentwicklung/technologische Revolutionen, technische Intelligenz, technischer Fortschritt, Technologie, wissenschaftlich-technische Revolution, Wissenschaftskritik

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