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Krisentheorien []

Krisentheorien

A: naẓarīyāt al-'azma. – E: crisis theories. – F: théories des crises. – R: teorii krizisov. – S: teorías sobre las crisis. – C: weijililun 危机理论

Thomas Sablowski

HKWM 8/I, 2012, Spalten 1-38

In der bürgerlichen politischen Ökonomie gelten Krisen zumeist als zufällige Erscheinungen, die mit der Funktionsweise der ›Marktwirtschaft‹ als solcher angeblich nichts zu tun haben, sondern durch eine ›falsche‹ Wirtschaftspolitik oder allerlei ›exogene‹ Faktoren bedingt sind. Demgegenüber zielt die marxsche KrpÖ darauf, die Möglichkeit und die Notwendigkeit von Krisen durch die Darstellung der immanenten Widersprüche der kapitalistischen Produktionsweise zu begründen. Wie die KrpÖ insgesamt, so blieb auch die marxsche Krisentheorie unvollendet. Die verschiedenen krisentheoretischen Bemerkungen und Argumente im Kapital und in den Manuskripten zur KrpÖ sind Zeugnis des Forschungsprozesses von Marx über einen Zeitraum von etwa drei Jahrzehnten. Da sie auf den ersten Blick teilweise unzusammenhängend oder gar widersprüchlich erscheinen, haben sie zu Kontroversen über ›die richtige‹ Krisentheorie Anlass gegeben. Dementsprechend gibt es im Marxismus eine Pluralität von K, die sich alle mehr oder weniger auf Aussagen von Marx in der KrpÖ beziehen. Ihr Gegenstand ist die Erklärung der Ursachen, Mechanismen und Folgen von Krisen. In der marxistischen Diskussion können in Bezug auf die Erklärung ökonomischer Krisen Unterkonsumtionstheorien, Überproduktionstheorien, Disproportionalitätskrisentheorien, Theorien einer Profitklemme (profit squeeze) und Überakkumulationstheorien, die an das »Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate« anschließen, unterschieden werden. Darüber hinaus unterscheiden sich K im Hinblick darauf, welche Bedeutung sie dem Finanzsektor für die Krisendynamik beimessen.

Aus historisch-materialistischer Sicht ist die Entwicklung der K selbst nicht zufällig, sondern hängt mit den sich verändernden Formen des Kapitalismus und seiner Krisen zusammen. Der Kapitalismus verändert und reproduziert sich durch Krisen und stürzt damit auch den Marxismus immer wieder in die Krise. K sind zur Erklärung sowohl »kleiner«, konjunktureller bzw. zyklischer Krisen als auch »großer«, struktureller Krisen und langfristiger Entwicklungstendenzen des Kapitalismus herangezogen worden. Ein wenig bearbeitetes Problem besteht darin, den Zusammenhang und die Ungleichzeitigkeit von ökonomischen, politischen und ideologischen Krisen zu erklären. Als relativ offene Situationen können Krisen emanzipatorische Prozesse begünstigen, aber auch Gefahren für die Subalternen beinhalten. Ökonomische Krisen können zu ideologischen und politischen Krisen führen, also Herrschaft in die Krise stürzen, aber Krisendiskurse können auch Maßnahmen zur Herrschaftssicherung legitimieren. Die Definitionsmacht über die Ursachen von Krisen und angemessene politische Reaktionen auf Krisen kann also selbst ein Herrschaftsinstrument sein.

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