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Habitus []

Habitus

A: at-taṣarruf. – E: habitus. – F: habitus. – R: oblik, gabitus. – S: hábito. – C: tixing tezheng, jixi

Irene Dölling

HKWM 5, 2001, Spalten 1105-1114

Obwohl der H-Begriff in der Soziologie u.a. von Max Weber und Emile Durkheim, in der Anthropologie von Marcel Mauss verwendet wurde, um Mentalitäten, Dispositionen bzw. kulturell-symbolische Praktiken oder auch deren Einverleibung (Hexis) als konstituierende Elemente der sozialen Welt zu konzipieren, ist er für das sozialwissenschaftliche Denken erst im letzten Viertel des 20. Jh. vor allem durch den französischen Soziologen Pierre Bourdieu einflussreich geworden. H ist der zentrale Begriff in Bourdieus »Soziologie der Praxis«, der die »wissenschaftlich absurde Gegenüberstellung […] von Individuum und Gesellschaft« (…) überwinden soll. Bourdieus Soziologie kann als Versuch verstanden werden, die im sozialwissenschaftlichen Denken schwer überwindbaren Verfestigungen von ›Makro‹ und ›Mikro‹, ›Struktur‹ und ›Handeln‹, begrifflich aufzubrechen. Angeregt durch Marx, insbesondere die ThF (…), argumentiert Bourdieu, die soziale Welt werde beständig durch die Praxis der mit »sozialem Sinn« ausgestatteten Akteure hervorgebracht und reproduziert. Mit diesem »sozialen« oder »praktischen« Sinn erzeugen die Akteure gleichermaßen eine Welt von Gegenständen wie von kulturell-symbolischen Ordnungen; gegenständliche Tätigkeit und kulturelles Konstruieren/Klassifizieren fallen im praktischen Handeln zusammen. Dieses Verständnis von Praxis und H liegt auch Bourdieus empirischen Untersuchungen zu Sozialstruktur und Ungleichheiten in ›modernen‹ Gesellschaften und seinem theoretischen Konzept von Klassen, ihrer Konstituierung und Reproduktion zugrunde (1982). Der H ist der »modus operandi« oder auch das »System dauerhafter und übertragbarer Dispositionen« (1987), die »im praktischen Zustand als Anschauungs- und Wertungskategorien bzw. als Klassifizierungsprinzipien so gut wie als Organisationsprinzipien des Handelns fungieren« (1985a). H ist für Bourdieu der Begriff, mit dem konkrete Praktiken sozialer Akteure in actu erforscht werden können, und der die historischen Erzeugungsgrundlagen dieser Praktiken systematisch erfasst (Schwingel 1993). Er ist daher nur in Relation zu den beiden anderen zentralen Begriffen Bourdieus, Praxis und sozialer Raum bzw. soziales Feld, zu bestimmen.

Alltagsforschung, Charaktermaske, Denkform, Entfremdung, Ethnologie, Exklusion, Geschlechterverhältnisse, Gewalt, Haltung, Handlung, Handlungsfähigkeit, Herrschaft, historische Individualitätsformen, Idealtypus, Identität, Ideologietheorie, Individuum, Klassenbewusstsein, Konsens, Kultur, Lebensweise, Macht, objektive Gedankenformen, Ökonomismus, Persönlichkeitstheorien, Praxis, Regeln des gesellschaftlichen Verkehrs, Sinn, Sozialisation, Spiel, Struktur, Strukturalismus, Subjekt, symbolische Ordnung, Unbewusstes, Vergesellschaftung, Verhalten

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h/habitus.txt · Zuletzt geändert: 2018/10/26 20:26 von christian     Nach oben
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