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Kritik der politischen Ökonomie []

Kritik der politischen Ökonomie

A: naqd al-iqtiṣād as-siyāsī. - E: critique of political economy. - F: critique de l’économie politique. - R: kritika političeskoj ėkonomii. - S: crítica de la economía política. - C: zhengzhijingjixuepipan 政治经济学批判

Wolfgang Fritz Haug

HKWM 8/I, 2012, Spalten 108-141

›KrpÖ‹ hat sich eingebürgert als Bezeichnung für das gesamte kapitalismustheoretische Werk und Forschungsprojekt von Marx. Außer in den beiden Büchern, die den Ausdruck im Titel bzw. Untertitel tragen, liegt es in Form tausender Seiten von Entwürfen, Exzerpten, Marginalien und der darauf bezogenen Korrespondenz vor und präsentierte sich bereits Karl Korsch, der nur einen Bruchteil davon kannte, als »Torso von gigantischen Ausmaßen« (1932, GA 5).

Nach seinem Philosophiestudium, das ihn zur jung-hegelianischen Linken geführt hatte, kam Marx als 24-jähriger Redakteur der Rheinischen Zeitung 1842-43 nach eigener Auskunft »zuerst in die Verlegenheit, über sogenannte materielle Interessen mitsprechen zu müssen« (…). Aktuelle Anlässe waren u.a. die Verwandlung des aus Allmendezeiten stammenden »Gewohnheitsrechts, Raffholz und Waldfrüchte zu sammeln« (Tuchscherer 1968), in Diebstahl, die Parzellierung des Grundeigentums, die Lage der Moselbauern; auch Debatten über Freihandel vs. Schutzzoll verlangten die »Beschäftigung mit ökonomischen Fragen« (…). Nach dem Verbot der Zeitung erhielt Marx im pariser Exil entscheidende Anstöße von Moses Hess mit dessen 1844 für die Deutsch-Französischen Jahrbücher (DFJb) geschriebenem Artikel Über das Geldwesen, wo »am Geldfetisch zentrale Momente der die bürgerliche Gesellschaft definierenden Subjekt-Objekt-Verkehrung transparent gemacht werden« (Mohl 1971), und vor allem Friedrich Engels, der mit seinen zwischen Ende 1843 und Jan. 44 verfassten und von Marx in den DFJ veröffentlichten Umrissen zu einer Kritik der Nationalökonomie eine systematische Auseinandersetzung mit der »Bereicherungswissenschaft« (…) und ihrer Praxis anstieß. Engels’ Kritik ist moralisch angelegt. Von den Eröffnungssätzen an richtet sie sich gegen »Neid«, »Habgier« und »Selbstsucht« (…) und endet mit der Ankündigung einer Schrift, die ihn mit einem Schlag berühmt machen sollte (Lage, 1845). In ihr werde es darum gehen, »die scheußliche Unsittlichkeit dieses Systems ausführlich zu entwickeln und die Heuchelei des Ökonomen […] schonungslos aufzudecken« (…). Auf jene »geniale Skizze«, wie Marx die Umrisse rühmt, führt er den Beginn seines »steten schriftlichen Ideenaustauschs« mit Engels zurück (…). Zunächst aber, 1844 in Paris, stürzte er sich ins Studium der klassischen politischen Ökonomie. Damit hatte Marx die Fährte seines Lebenswerks aufgenommen, die er, mit Unterbrechungen, verfolgte, solange seine Arbeitsfähigkeit es ihm erlaubte.

Wenn KrpÖ Marx’ zentrales Arbeitsgebiet bis zu seinem Tode bleibt, so heißt das nicht, es gäbe keine Problemverschiebungen, ja Brüche in dieser Kontinuität. Gegenstandsbestimmung, methodischer Ansatz und damit der Sinn der Kritik ändern sich. Vor allem die »Verbindung einer revolutionären Praxis, die den Klassenkampf von Proletariat und Bourgeoisie ausdrückt, mit einer Kritik der ökonomischen Kategorien« (Balibar 1986) war nicht von Anfang an gegeben. Die Abfassung des Manifests (1847) und das Scheitern der bürgerlichen Revolution in Deutschland (1848/49), das Engagement in der Führung der Ersten Internationale seit ihrer Gründung (1864) bis zu ihrer Auflösung (1876) und die Erfahrung mit der Pariser Kommune und ihrer Niederschlagung bildeten wichtige Einschnitte. Auch die Entwicklungen der Naturwissenschaften übten auf Marx’ Wirklichkeits- und Methodenverständnis entscheidende Einflüsse aus, nicht zuletzt physikalische Theorien etwa von William Herschel, in dessen Schriften die marxsche Vorstellung vom ›unsichtbaren inneren Zusammenhang‹ im Gegensatz zu den ›sichtbaren äußerlichen Erscheinungsformen‹ sich bis in die Formulierung vorbereitet und mit der Evidenz der damals avanciertesten Physik verbunden findet (Soldani 2002). Gleiches gilt für das Tendenzmuster der Gesetzesauffassung (…) und den Gedanken des Primats der ›Irregularität‹ vor der »inneren Regel«, die sich auf die Dauer als Schwankungsbreite darstellt. In der Tat lässt das Wertgesetz in der marxschen Auffassung sich als »regulierendes Resultat« und insofern als immer erst »resultierendes Gesetz« begreifen (Haug, KV II). Dem unermüdlichen Lernprozess von Marx, der in mancher Hinsicht »via a complete change of problematic« (Mepham 1979) verlief, hat erst das Herannahen des Todes ein Ende gesetzt. Rezeptionsweisen, die davor die Augen verschließen oder gar Lernschritte von Marx als Rückschritte interpretieren, verkennen, dass es gerade dieser Lernprozess ist, der die KrpÖ unter den enorm veränderten Bedingungen des transnationalen Hightech-Kapitalismus wissenschaftlich aktualisierbar gehalten hat.

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