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Kredit []

Kredit

A: quarḍ – E: credit. – F: crédit. – R: kredit. – S: crédito. – C: xinyong 信用

Thomas Sablowski

HKWM 7/II, 2010, Spalten 1969-1988

K ist ein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis, bei dem der K-Geber eine Wertsumme vorschießt oder einen Zahlungsaufschub gewährt gegen das Versprechen des K-Nehmers, zu einem späteren Zeitpunkt die ausstehende (Rück-)Zahlung zu leisten. Der Gläubiger vertraut dem Zahlungsversprechen, worauf die Herkunft des Ausdrucks ›K‹ verweist, der auf lat. credere, glauben, zurückgeht. Der vom Schuldner zu bezahlende Zins ist der Preis des K.

In den vorkapitalistischen Produktionsweisen ist der K Resultat einer Notlage, die durch hohe Zinsen noch verschärft wird. Diese ergeben sich aus dem Gläubigerrisiko. Vom Standpunkt stabiler Normalität erscheinen K-Verhältnisse als Wucher, der die Gemeinwesen mit nur begrenzter Warenproduktion zersetzt. In der kapitalistischen Produktionsweise dagegen sind K-Verhältnisse organischer Bestandteil der Systemstabilität. Mit dem K wird nicht nur das Geld als Ware gehandelt, sondern das Kapital wird in der Form des zinstragenden Kapitals selbst zur Ware. Wo kapitalistische Produktionsverhältnisse dominant sind, können sich Kapitalisten als K-Geber und als K-Nehmer bereichern. Sekundäre Ausbeutungsverhältnisse konstituieren sich hingegen, wenn Angehörige der subalternen Klassen (Arbeiter, Bauern, Kleinbürger) zu K-Nehmern werden und Teile ihrer Einkommen als Zinszahlungen kapitalisiert werden. Der kapitalistische Reproduktionsprozess, der, wie es bei Marx heißt, »seiner Natur nach elastisch ist«, wird durch den K »bis zur äußersten Grenze forciert«; das K-Wesen erscheint daher »als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation« (K III). Es beschleunigt »die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts«, die Krisen »und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise« (…).

K-Verhältnisse sind oftmals zum Bezugspunkt einer verkürzten Kapitalismuskritik geworden, die einzelne Formen herausgreift, ohne den Gesamtzusammenhang zu thematisieren und die Produktionsweise als ganze in Frage zu stellen. Diese Kritik ist selbst geblendet von dem Fetischismus, der Geld und zinstragendem Kapital anhaftet. Andererseits wird sie oft mit Argumenten kritisiert, die auf eine spiegelbildliche Verkürzung hinauslaufen. Wird die Zirkulationssphäre mitsamt den K-Verhältnissen gegenüber der Produktionssphäre als zweitrangig abgetan, bleiben die kapitalistische Produktionsweise und ihre globale Dynamik unverstanden. Ein angemessenes Verständnis der Bedeutung des K für die kapitalistische Produktionsweise und ihrer aktuellen Formen ist unter den Bedingungen der Globalisierung der Finanzmärkte wichtiger denn je.

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