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Metaphilosophie []

Metaphilosophie

A: mā baʽda al-falsafa. – E: metaphilosophy. – F: métaphilosophie. – R: metafilosofija. – S: metafilosofía. – C: yuán zhéxué 元哲学

Henri Lefebvre (TL) (I.), Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (II.)

HKWM 9/I, 2018, Spalten 700-710

I. Zwei Einstellungen zeichnen sich gegenüber der klassischen Philosophie ab. Die erste orientiert auf die Auflösung der Philosophie: die Wissenschaft wird der Spekulation entgegengehalten, die präzise Sprache der unpräzisen, die Logik allen anderen Methoden oder Vorgehensweisen, die Tatsache dem Begriff usw. Das ist die sog. positivistische, szientistische oder (logisch-)empiristische Tendenz oder auch die des Pragmatismus (Rekurs auf oder Rückkehr zur Praxis). Die zweite Tendenz will dagegen die Philosophie aufrechterhalten und die Gestalt des (weisen und wissenden) Philosophen wieder zu Ehren bringen. Sie will dies durch Pädagogik erreichen, also durch Institutionalisierung der Philosophie. Das führt dazu, Philosophiegeschichte und Geschichtsphilosophie zu betreiben, indem man sich in erster Linie aufs Studium der Texte oder ihrer (ökonomischen, demographischen, historischen) Kontexte verlegt. Und es kann die mehr oder weniger begründete Wahl eines bestimmten ›Systems‹ nach sich ziehen: Thomas von Aquin, Leibniz, Hegel usw.

II. Henri Lefebvre, der sich schon seit den 1930er Jahren für eine praxisphilosophische Neubestimmung des »dialektischen Materialismus« starkmacht, prägt in den 1960er Jahren den Begriff M, um so das marxsche Anliegen der Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie zu aktualisieren. Schon in der KHR betont Marx, es gehe ihm nicht um eine neue Philosophie bloßen Erkennens der Welt, sondern um ein Denken, das sich als Kritik der bestehenden Praxis in den Dienst einer aufgegebenen Praxis stellt (vgl. 1/379). Dies kann aber nur durch eine Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie (384) erreicht werden, denn wer die Philosophie nur abtut, versinkt in der Blindheit der Praxis, wer in ihr verharrt, verliert die Praxis aus dem Blick. Genau diese Gedankenzusammenhänge versucht Lefebvre mit dem Begriff M zu vergegenwärtigen und zu konkretisieren.

Alltag, Alltäglichkeit, Antiphilosophie, Aufhebung, Aufhebung der Philosophie, bestimmte Negation, Destruktivkräfte, Dialektik, dialektischer Materialismus, Emanzipation, Entfremdung, Große Weigerung, Hegemonie, historischer Materialismus, Humanismusstreit, ideologische Staatsapparate/repressiver Staatsapparat, Krise des Marxismus, Kritik, Kritische Theorie, Materialismus (mechanischer), Materialismus (praktisch-dialektischer), Menschheit, Metaphysik, Methode, Nachahmung, Negation der Negation, Philosophie, Philosophie der Praxis, Philosophiekritik, Philosophieren, Praxis, Praxisphilosophie, Produktionsverhältnisse, Reproduktionsverhältnisse, Revolution, Romantik, Selbstbestimmung, Sprache, Staat, Stadt, Strukturalismus, Urbanität, Utopie, Verblendungszusammenhang

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m/metaphilosophie.txt · Zuletzt geändert: 2018/03/16 17:02 von flo     Nach oben
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