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Führung []

Führung

A: qiḍāya. – E: leadership. – F: direction. – R: rukovodstvo. – S: dirección. – C: lingdao

Frank Deppe

HKWM 4, 1999, Spalten 1085-1102

Das Problem der F ist so alt wie die Existenz hierarchisch verfasster sozialer und politischer Organisationen. Deren Bestandssicherung verlangt die Ausdifferenzierung von Leitungsfunktionen, die mit Macht und Autorität ausgestattet sind. Die Legitimation solcher Funktionen beruht in letzter Instanz auf einer Übereinstimmung zwischen Herrschenden und Beherrschten. Die Verfahren der Legitimation werden einerseits durch die Funktionen der jeweiligen Organisation bestimmt; andererseits wandeln sie sich im Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung und Differenzierung.

In traditionalen Gesellschaften wird F an Häuptlinge, Heerführer, Priester und Staatenlenker durch Abstammung, religiöse Weihe und/oder patriarchale Akklamation übertragen. In modernen Gesellschaften hingegen hat sich mit der Größe und Komplexität sozialer Organisationen die Funktion und Legitimation von F verändert. Deren Delegation und Ausübung ist an bestimmte Verfahren und Satzungen gebunden. Diese verbinden die Legitimation von F mit den spezifischen Zwecken der Organisation.

In der modernen, kapitalistischen Gesellschaft treten neben die klassischen Aufgaben der F in Staat, Kirche und Armee neue soziale Organisationen: das Wirtschaftsunternehmen sowie politische Massenparteien und soziale Verbände. Je nach der Größe dieser Organisationen variiert der Umfang des hierarchisch gegliederten F-Personals – von der Spitze bis zur Basis der Organisation. Dieser F-Apparat verfügt über eigene Ressourcen; seine Tätigkeit folgt bestimmten Regeln und unterliegt einer spezifischen Selbstbeschreibung seiner Rolle und Funktion (»esprit de corps«). Mit der Ausweitung dieses Personals wurde die Frage aufgeworfen, ob es sich dabei um die Herausbildung einer eigenen Managerklasse handelt (Burnham 1948), die zugleich eine eigene Herrschaftskonzeption (»Technokratie«) vertritt. Die wachsende Bedeutung der transnationalen Konzerne hat zur Formierung einer transnationalen Manager-Klasse beigetragen, die sich nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes immer deutlicher als transnationale herrschende Klasse bzw. Bourgeoisie profiliert (van der Pijl 1998).

F bedeutet zielorientiertes Handeln. Durch Mobilisierung materieller und ideeller Ressourcen der Organisation sollen deren Ziele erreicht werden: Bestandssicherung, Erweiterung der Ressourcen und der Macht, Maximierung von Gewinn. F ist jedoch nicht nur auf die Realisierung externer Ziele gerichtet. Nach innen ist F sowohl für organisatorische Effizienz als auch für ideologische Kohärenz, d.h. für eine gewisse Übereinstimmung zwischen Führenden und Geführten im Hinblick auf die Organisationsziele und die Binnenstrukturen der Organisation verantwortlich. F-Aufgaben sind: »Ziele setzen, Situationen analysieren, Probleme lösen, Entscheiden, Planen, Organisieren, Koordinieren, Delegieren, Kontrollieren, Initiieren, Mitarbeiter auswählen und fördern, Gruppenstrukturen aufbauen und entwickeln, Informieren, Beurteilen, Verhandeln, Konflikte lösen, Repräsentieren und Symbolisieren« (Neuberger 1978). Führen und Befehlen sind also keineswegs identisch. Der Sinngehalt von F weist weit über die bloße Wahrnehmung von Leitungsfunktionen hinaus; er verbindet sich mit den je zu erreichenden Zielen und mit der Fähigkeit der jeweiligen Führer, dabei die Zustimmung der Geführten zu diesen Zielen und zu ihrer Person zu mobilisieren. Daraus entstehen jeweils spezifische Kulturen von F.

Absterben des Staates, Anarchismus, Apathie im befehlsadministrativen Sozialismus, Arbeiterbewegung, aufrechter Gang, Autorität, Avantgarde, Berufsrevolutionär, Bonapartismus, Bourgeoisie, Bürokratie, Charisma/ charismatische Führung, Demokratie/Diktatur des Proletariats, demokratischer Zentralismus, Disziplin, Edukationismus, Egalitarismus, Elite, Eurokommunismus, Faschismus, Faszination, Französische Revolution, Funktionär, Gewalt, Hegemonie, Herrschaft, Hierarchie/Antihierarchie, ideologische Staatsapparate/repressiver Staatsapparat, Intellektuelle, Kaderpartei, Klassenkampf, Konsens, Leitung, Macht, Management/Co-Management, Masse, Massenbewegung, Massenstreik, Oktoberrevolution, Organisation, organische Intellektuelle, Parteien, Personenkult, Populismus, Rationalisierung, Realer Sozialismus, Selbstbestimmung, Selbstzentralismus, Spontaneität, Stalinismus, Stellungskrieg/Bewegungskrieg, Subalternität, Technokratie, Vergesellschaftung, von außen, Weltrevolution, Zivilgesellschaft

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