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Familie []

Familie

A: ‛ā’ila. – E: family. – F: famille. – R: sem’ja. – S: familia. – C: jiating

Wolfgang Fritz Haug, Alexis Petrioli (I.), Barbara Ketelhut (II.)

HKWM 4, 1999, Spalten 100-118

I. Unter F wird in modernen Industriegesellschaften gewöhnlich die staatlich und religiös sanktionierte Lebensgemeinschaft eines Ehepaars und ggf. seiner Kinder verstanden, die sog. Klein-F. Der Term überträgt sich auf informelle Lebensgemeinschaften unterschiedlicher Art. F als »Gemeinschaftsbeziehung der Ehegatten und ihrer Kinder« (Bittighöfer 1969) ist jedoch ein historisch spätes Produkt der bürgerlichen Gesellschaft; die antike wie die mittelalterliche patriarchale F war eine umfassende Lebens- und Produktionsgemeinschaft, deren Mitglieder nur zum Teil verwandtschaftlich oder ehelich miteinander verbunden waren. F war die Form des grundlegenden Produktionsverhältnisses; in ihr verdichteten sich alle gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse. – Die patriarchalische Herrschaftsform hat sich auf andere gesellschaftliche Beziehungen übertragen. Die moderne Ablösung der Reproduktionsaufgaben von denen der Produktion von Lebensmitteln in einer eigenen Form mit eigens dafür zuständigen Personen ist zum Einfallstor neuer Formen von Herrschaft und Unterdrückung sowie der gesellschaftlichen Marginalisierung von Fragen der Sicherung des Lebens der nächsten Generation geworden; die Entwicklung vom F-Verband zur Klein-F hat die bürgerliche Form von Frauenunterdrückung festgeschrieben. Insofern ist die Kritik der F ein Prüfstein für jede Befreiungstheorie.

II. […] Dass es für viele Frauen schwer ist, in der traditionellen Klein-F zu leben, zeigt sich daran, dass sie es in großer Zahl trotz materieller Armut vorziehen, alleine zu leben bzw. ihre Kinder alleine zu erziehen (Ketelhut 1995, Mädje/Neusüss 1996). Sozialistische Feministinnen halten es weiterhin für unmöglich, die Befreiung der Frau innerhalb der F zu erlangen (Rossanda 1983, Ivecovic 1984, Ketelhut 1993). Sie problematisieren nicht nur die Trennung der Bereiche öffentlich und privat sowie die damit einhergehenden geschlechtsspezifischen Zuständigkeiten, sondern auch die durch das Lohnsystem gestützte Männergewalt über Frauen und Kinder (Dorothy Smith 1994). – Frigga Haug (1983) analysiert F als »illusionäres Gemeinwesen«, das »von unten« die Gemeinschaftlichkeit aufrecht erhält und worin die Frau die Vermittelnde ist. Theorie und Politik um F bewegen sich demnach in einem Widerspruchsfeld, in dem die Gleichheit der Geschlechter gefordert werden kann, während sich zugleich die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung reproduziert.

antiautoritäre Bewegung, Arbeiterbewegung, Arbeitsteilung, Arbeitszeit, Autorität, Befreiung, Ehe, Eigentum, Erziehung, Familienarbeit/Hausarbeit, Feminismus, feministische Ethikdiskussion, Fordismus, Fortschritt, Frauenbewegung, Frauenemanzipation, Geburtenkontrolle, Gemeinwesen, Geschlechterverhältnisse, Gesellschaftsvertrag, Gewalt, Hausarbeitsdebatte, häusliche Produktionsweise, Herrschaft, Institution, Imaginäres, Kinder/Kindheit, Lebensweise/Lebensbedingungen, Liebe, Lohnarbeit, Macht, Männlichkeit, Marxismus-Feminismus, Matriarchat, Moral, Patriarchat, Politik, privat/öffentlich, Privateigentum, Prostitution, Recht, Reproduktion, Sexualität, Sklaverei, Sozialpolitik, Staat, Staatssozialismus, Vergesellschaftung, Verwandtschaft, Zeit

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