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k:kreditkrise [2011/03/20 04:37]
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-Die bürgerliche Ökonomietheorie neigt dazu, [[k:Krise]]n des [[k:Kapitalismus]] entweder auf eine ›exzessive‹ oder auf eine unzureichende [[k:Kredit]]vergabe zurückzuführen. Die K erscheint als notwendige Korrektur, die zu einem neuen Gleichgewicht führt. K.n sind aus dieser Perspektive prinzipiell verhinderbar, wenn eine adäquate [[g:Geld]]politik betrieben wird, die eine ausreichende Kreditversorgung gewährleistet bzw. eine übermäßige Kreditausweitung unterbindet. Aus marxistischer Perspektive ist diese Auffassung oberflächlich und falsch: K.n wurzeln in den Widersprüchen der kapitalistischen Produktionsweise und sind zumeist Begleiterscheinungen von umfassenderen Krisen der [[k:Kapital]]verwertung. Wirtschaftspolitik kann zwar deren [[f:Form]] und Verlauf beeinflussen, sie aber nicht verhindern, solange die [[k:kapitalistische Produktionsweise]] nicht überwunden wird.\\  +Die bürgerliche Ökonomietheorie neigt dazu, [[k:Krise]]n des [[k:Kapitalismus]] entweder auf eine ›exzessive‹ oder auf eine unzureichende [[k:Kredit]]vergabe zurückzuführen. Die K erscheint als notwendige Korrektur, die zu einem neuen Gleichgewicht führt. K.n sind aus dieser Perspektive prinzipiell verhinderbar, wenn eine adäquate [[g:Geld]]politik betrieben wird, die eine ausreichende Kreditversorgung gewährleistet bzw. eine übermäßige Kreditausweitung unterbindet. Aus marxistischer Perspektive ist diese Auffassung oberflächlich und falsch: K.n wurzeln in den Widersprüchen der kapitalistischen Produktionsweise und sind zumeist Begleiterscheinungen von umfassenderen Krisen der [[k:Kapital]]verwertung. Wirtschaftspolitik kann zwar deren [[f:Form]] und Verlauf beeinflussen, sie aber nicht verhindern, solange die [[k:kapitalistische Produktionsweise]] nicht überwunden wird. 
- Der [[b:Begriff]] der K bezeichnet zugleich ein Desiderat der marxistischen Theorie. Marx selbst konnte seine geplante Kredit- und Krisentheorie nicht fertig stellen. Obwohl es im Marxismus ausgedehnte Debatten zur Krisentheorie gab, haben sich nur wenige an einer systematischen Integration von Kredit- und Krisentheorie versucht. Ohne Kredittheorie bleibt allerdings die Krisentheorie systematisch unvollständig. Denn zum einen sind die [[a:Akkumulation]]smöglichkeiten des Kapitals nicht durch den Akkumulationsfonds beschränkt, der aus dem bereits realisierten Mehrwert der Vorperiode resultiert, sondern können durch Kredite erweitert werden. Eine sinkende Profitrate führt demnach nur dann zu einer sinkenden Akkumulationsrate, wenn sie mit einer Kreditverknappung einhergeht. Um die Notwendigkeit von Krisen im Kapitalismus zu begründen, muss also auch gezeigt werden, dass es auf dem Höhepunkt des Booms notwendig zu einer Kreditverknappung kommt. Umgekehrt kann der periodische Aufschwung nach einer Krise nicht allein durch die nach Entwertung und Vernichtung von Kapital erfolgende Widerherstellung der Profitabilität erklärt werden, sondern es muss auch gezeigt werden, wie Kreditklemmen überwunden werden. Für die Kreditaufnahme ist die [[e:Entwicklung]] der Zinsrate im Konjunkturverlauf von Belang. Ferner beeinflusst die Zinsrate den Akkumulationsspielraum, da der akkumulierbare Unternehmergewinn nicht nur durch den realisierten Mehrwert bzw. Bruttoprofit, sondern auch durch die aus diesem zu zahlenden Zinsen bestimmt wird.\\  + 
- Die [[f:Frage]] nach dem Zusammenhang von Kredit und Krise hat durch die Weiterentwicklung des Kreditsystems, die Verallgemeinerung des Kreditgeldes, die Verbriefung von Krediten, die Entwicklung von Kreditderivaten und die damit einhergehende enorme Steigerung der Krisenpotenziale (Sablowski 2009) großen [[b:Bedeutung]]szuwachs erfahren. +Der [[b:Begriff]] der K bezeichnet zugleich ein Desiderat der marxistischen Theorie. Marx selbst konnte seine geplante Kredit- und Krisentheorie nicht fertig stellen. Obwohl es im Marxismus ausgedehnte Debatten zur Krisentheorie gab, haben sich nur wenige an einer systematischen Integration von Kredit- und Krisentheorie versucht. Ohne Kredittheorie bleibt allerdings die Krisentheorie systematisch unvollständig. Denn zum einen sind die [[a:Akkumulation]]smöglichkeiten des Kapitals nicht durch den Akkumulationsfonds beschränkt, der aus dem bereits realisierten <!--[-->[[m:Mehrwert|Mehrwert]]<!--]--> der Vorperiode resultiert, sondern können durch Kredite erweitert werden. Eine sinkende Profitrate führt demnach nur dann zu einer sinkenden Akkumulationsrate, wenn sie mit einer Kreditverknappung einhergeht. Um die Notwendigkeit von Krisen im Kapitalismus zu begründen, muss also auch gezeigt werden, dass es auf dem Höhepunkt des Booms notwendig zu einer Kreditverknappung kommt. Umgekehrt kann der periodische Aufschwung nach einer Krise nicht allein durch die nach [[k:Kapitalentwertung, -vernichtung|Entwertung und Vernichtung von Kapital]] erfolgende Widerherstellung der Profitabilität erklärt werden, sondern es muss auch gezeigt werden, wie Kreditklemmen überwunden werden. Für die Kreditaufnahme ist die [[e:Entwicklung]] der Zinsrate im [[k:Konjunktur, ökonomische|Konjunktur]]verlauf von Belang. Ferner beeinflusst die Zinsrate den Akkumulationsspielraum, da der akkumulierbare Unternehmergewinn nicht nur durch den realisierten Mehrwert bzw. Bruttoprofit, sondern auch durch die aus diesem zu zahlenden Zinsen bestimmt wird. 
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 +Die Frage nach dem Zusammenhang von Kredit und Krise hat durch die Weiterentwicklung des Kreditsystems, die Verallgemeinerung des Kreditgeldes, die Verbriefung von Krediten, die Entwicklung von Kreditderivaten und die damit einhergehende enorme Steigerung der Krisenpotenziale (Sablowski 2009) großen Bedeutungszuwachs erfahren. 
    
  
-➫ [[a:Akkumulation]], [[a:Aktiengesellschaft]],  [[a:Antagonismus]],  [[a:Aufbaupläne]],  [[b:Bank]],  [[b:Banknote]], [[b:Börse]],  Fetischismus,  [[f:fiktives Kapital]],  [[f:fiktive Waren]],  [[f:Finanzkapital]], [[f:Finanzkrise]],  [[f:Finanzmärkte]],  [[g:Geld]],  [[h:Handelskapital]],  [[i:Imperialismus]], [[i:industrielles Kapital]],  [[i:Inflation]],  [[k:Kapital]], Kapitalentwertung/-vernichtung,  [[k:Kapitalfraktionen]],  Kapitalmobilität, [[k:Kapitalumschlag]],  [[k:Kasino-Kapitalismus]],  [[k:Keynesianismus]], [[k:Klassenherrschaft]],  Konjunktur,  [[k:Kredit]],  [[k:Kreislauf]],  [[k:Krise]], Krisentheorien,  Profit,  Profitrate,  Spekulation,  Staatsschuld, tendenzieller Fall der Profitrate,  Überakkumulation,  Weltgeld, Zentralbank,  Zirkulation,  Zins,  Zinsfuß +➫ [[a:Akkumulation]], [[a:Aktiengesellschaft]],  [[a:Antagonismus]],  [[a:Aufbaupläne]],  [[b:Bank]],  [[b:Banknote]], [[b:Börse]],  [[f:Fetischcharakter der Ware]],  [[f:fiktives Kapital]],  [[f:fiktive Waren]],  [[f:Finanzkapital]], [[f:Finanzkrise]],  [[f:Finanzmärkte]],  [[g:Geld]],  [[h:Handelskapital]],  [[i:Imperialismus]], [[i:industrielles Kapital]],  [[i:Inflation]],  [[k:Kapital]], [[k:Kapitalentwertung, -vernichtung|Kapitalentwertung/-vernichtung]],  [[k:Kapitalfraktionen]],  [[k:Kapitalmobilität, internationale|Kapitalmobilität (internationale)]], [[k:Kapitalumschlag]],  [[k:Kasino-Kapitalismus]],  [[k:Keynesianismus]], [[k:Klassenherrschaft]],  [[k:Konjunktur, ökonomische|Konjunktur (ökonomische)]],  [[k:Kredit]],  [[k:Kreislauf]],  [[k:Krise]], <!--[-->[[k:Krisentheorien|Krisentheorien]]<!--]-->,  Profit,  Profitrate,  Spekulation,  Staatsschuld, tendenzieller Fall der Profitrate,  Überakkumulation,  Weltgeld, Zentralbank,  Zirkulation,  Zins,  Zinsfuß 
    
  
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