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k:kommune [2011/03/20 04:37]
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-K von lat. //communio,// Teilhabe an gemeinschaftlichen Gütern, ist im Deutschen ein Äquivalent für »Gemeinde«, das auf ahd. //gimeini,// »mehreren abwechselnd zukommend«, zurückgeht (Brockhaus, 21.A., 2005). Sein [[b:Bedeutung]]skern verweist auf den »gemeinschaftlichen besitz«, »wovon es gewiss ausgegangen ist« (Grimm, Stichwort »Gemeinde«). K bezeichnet allgemein eine selbständige räumliche [[e:Einheit]] und damit die territoriale Gebundenheit sesshafter [[g:Gesellschaft]]en (im Unterschied z.B. zu nomadischen Stämmen). Der [[b:Begriff]] umfasst ländliche wie städtische [[k:Körper]]schaften und wird auch auf religiöse [[g:Gemeinschaft]]en angewandt. Städte wie Dörfer verfügten über kollektiv nutzbares Wald-, Brach- und Weideland (Allmende). Restbestände dieser [[i:Institution]] finden sich bis heute.  +K von lat. //communio,// Teilhabe an gemeinschaftlichen Gütern, ist im Deutschen ein Äquivalent für »Gemeinde«, das auf ahd. //gimeini,// »mehreren abwechselnd zukommend«, zurückgeht (Brockhaus, 21.A., 2005). Sein [[b:Bedeutung]]skern verweist auf den »gemeinschaftlichen besitz«, »wovon es gewiss ausgegangen ist« (Grimm, Stichwort »Gemeinde«). K bezeichnet allgemein eine selbständige räumliche [[e:Einheit]] und damit die territoriale Gebundenheit sesshafter [[g:Gesellschaft]]en (im Unterschied z.B. zu nomadischen Stämmen). Der [[b:Begriff]] umfasst ländliche wie städtische Körperschaften und wird auch auf religiöse [[g:Gemeinschaft]]en angewandt. Städte wie Dörfer verfügten über kollektiv nutzbares Wald-, Brach- und Weideland (Allmende). Restbestände dieser [[i:Institution]] finden sich bis heute. 
- Auf [[k:Kollektiv]]eigentum beziehen sich ideell die modernen K-Gründungen, die im räumlichen Rahmen administrativer Gemeinden nicht verwandtschaftlich definierte Wohneinheiten bilden. Sie sind also keine »Großfamilien« – schon wegen ihres meist kurzen Bestehens –, können aber eine Entlastungsfunktion für Kernfamilien erfüllen. Gemeinsames Wohnen, gemeinschaftliche Mahlzeiten, an [[g:Gleichheit]]skriterien orientierte Rotation in den [[a:Arbeit]]sfunktionen und Nähe sind Merkmale dieser Primärgruppen – typischerweise bis zu 25 erwachsene Mitglieder (Abrams/McCulloch 1976). Die K betreffende [[e:Entscheidung]]en werden auf egalitärer [[b:Basis]] beschlossen, Leitungsfunktionen werden aufgrund von [[k:Konsens]] übertragen, woraus sich allerdings Probleme mit »Charismatikern« oder »Patriarchen« ergeben können. Die moderne K geht aus von der [[e:Erfahrung]] der Vereinzelung in der kapitalistischen Gesellschaft; insofern ist ihre Gründung eine gesellschaftspolitische Entscheidung, selbst wenn es sich »nur« um den praktischen Nachweis handelt, dass es auch in der kapitalistischen Gesellschaft möglich ist, »Freundschaft zu institutionalisieren« (...). + 
 +Auf [[k:Kollektiv]]eigentum beziehen sich ideell die modernen K-Gründungen, die im räumlichen Rahmen administrativer Gemeinden nicht verwandtschaftlich definierte Wohneinheiten bilden. Sie sind also keine »Großfamilien« – schon wegen ihres meist kurzen Bestehens –, können aber eine Entlastungsfunktion für Kernfamilien erfüllen. Gemeinsames Wohnen, gemeinschaftliche Mahlzeiten, an [[g:Gleichheit]]skriterien orientierte Rotation in den [[a:Arbeit]]sfunktionen und Nähe sind Merkmale dieser Primärgruppen – typischerweise bis zu 25 erwachsene Mitglieder (Abrams/McCulloch 1976). Die K betreffende [[e:Entscheidung]]en werden auf egalitärer [[b:Basis]] beschlossen, <!--[-->[[l:Leitung|Leitung]]<!--]-->sfunktionen werden aufgrund von [[k:Konsens]] übertragen, woraus sich allerdings Probleme mit »[[c:Charisma, charismatische Führung|Charisma]]tikern« oder »Patriarchen« ergeben können. Die moderne K geht aus von der [[e:Erfahrung]] der Vereinzelung in der kapitalistischen Gesellschaft; insofern ist ihre Gründung eine gesellschaftspolitische Entscheidung, selbst wenn es sich »nur« um den praktischen Nachweis handelt, dass es auch in der kapitalistischen Gesellschaft möglich ist, »Freundschaft zu institutionalisieren« (...). 
  Solche K.n werden //intentional communities// (I.C.) genannt – Gruppen, »deren Mitglieder in der Verfolgung eines gemeinsamen [[i:Ideal]]s oder einer Vision zusammenarbeiten« (Metcalf/Christian 2003) und die gekennzeichnet sind durch Freiwilligkeit der Gruppenzugehörigkeit, eine alternative Lebensauffassung, ein egalitäres und nicht-herrschaftliches Selbstverständnis. Gemeinschaften in geschlossenen Institutionen oder autochthone Stammesgruppen fallen nicht in diese [[k:Kategorie]], ebensowenig staatlich verordnete Kollektivbetriebe wie Kolchosen, Sowchosen und Volkskommunen. Als I.C. gelten v.a. diejenigen, die ihr [[e:Einkommen]] zusammenlegen, etwa die [[k:Kibbuz]]im, die insofern als Prototyp von Land-K.n angesehen werden können. […] Nicht alle I.C. sind also K.n. Von letzteren kann man nur dann sprechen, wenn der Einsatz gemeinsamer Ressourcen in der Perspektive der Realisierung einer egalitären Gesellschaftsordnung erfolgt. Zugleich sind K.n wie andere I.C. »[[e:Experiment]]ierfelder für kollektive Lebensformen« (Grundmann u.a. 2006) und auf eine nachhaltige Bereitschaft zu »sozialen [[i:Innovation]]en« (Kunze 2009) angewiesen. […]   Solche K.n werden //intentional communities// (I.C.) genannt – Gruppen, »deren Mitglieder in der Verfolgung eines gemeinsamen [[i:Ideal]]s oder einer Vision zusammenarbeiten« (Metcalf/Christian 2003) und die gekennzeichnet sind durch Freiwilligkeit der Gruppenzugehörigkeit, eine alternative Lebensauffassung, ein egalitäres und nicht-herrschaftliches Selbstverständnis. Gemeinschaften in geschlossenen Institutionen oder autochthone Stammesgruppen fallen nicht in diese [[k:Kategorie]], ebensowenig staatlich verordnete Kollektivbetriebe wie Kolchosen, Sowchosen und Volkskommunen. Als I.C. gelten v.a. diejenigen, die ihr [[e:Einkommen]] zusammenlegen, etwa die [[k:Kibbuz]]im, die insofern als Prototyp von Land-K.n angesehen werden können. […] Nicht alle I.C. sind also K.n. Von letzteren kann man nur dann sprechen, wenn der Einsatz gemeinsamer Ressourcen in der Perspektive der Realisierung einer egalitären Gesellschaftsordnung erfolgt. Zugleich sind K.n wie andere I.C. »[[e:Experiment]]ierfelder für kollektive Lebensformen« (Grundmann u.a. 2006) und auf eine nachhaltige Bereitschaft zu »sozialen [[i:Innovation]]en« (Kunze 2009) angewiesen. […] 
    
  
-➫ [[a:Anarchismus]], [[a:antiautoritäre Bewegung]],  [[b:Bauernkrieg]],  Charisma/charismatische [[f:Führung]],  [[e:Egalitarismus]],  [[e:Erziehung]],  [[f:Feudalismus]],  [[f:freie Liebe]], [[f:Frühsozialismus]],  Gemeinde (christliche),  [[g:Gemeinschaft]],  [[g:Gemeinwesen]], [[g:Genossenschaft]],  [[g:geschlechtsegalitäre Gesellschaften]], [[h:herrschaftsfreie Gesellschaft]],  [[k:Kibbuz]],  [[k:Kinderladen]],  [[k:Kollektiv]], Landwirtschaft,  Liebesverhältnisse,  Mensch-Natur-Verhältnis,  neuer Mensch,  Neue Soziale [[b:Bewegung]]en,  Ökologie,  Pariser Kommune, Personenkult,  Republik Christiania,  Sexpol,  sexuelle [[b:Befreiung]], soziale Bewegungen,  Stadt/Land,  Studentenbewegung, Unmittelbarkeitskommunismus,  Urchristentum,  Urkommunismus,  Utopie, utopischer Sozialismus,  Volkskommune,  vormarxistischer Sozialismus +➫ [[a:Anarchismus]], [[a:antiautoritäre Bewegung]],  [[b:Bauernkrieg]],  [[c:Charisma, charismatische Führung|Charisma/charismatische Führung]],  [[e:Egalitarismus]],  [[e:Erziehung]],  [[f:Feudalismus]],  [[f:freie Liebe]], [[f:Frühsozialismus]],  [[g:Gemeinde, christliche|Gemeinde (christliche)]],  [[g:Gemeinschaft]],  [[g:Gemeinwesen]], [[g:Genossenschaft]],  [[g:geschlechtsegalitäre Gesellschaften]], [[h:herrschaftsfreie Gesellschaft]],  [[k:Kibbuz]],  [[k:Kinderladen]],  [[k:Kollektiv]], Landwirtschaft,  Liebesverhältnisse,  Mensch-Natur-Verhältnis,  neuer Mensch,  Neue Soziale Bewegungen,  Ökologie,  Pariser Kommune, Personenkult,  Republik Christiania,  Sexpol,  sexuelle Befreiung, soziale Bewegungen,  Stadt/Land,  Studentenbewegung, Unmittelbarkeitskommunismus,  Urchristentum,  Urkommunismus,  Utopie, utopischer Sozialismus,  Volkskommune,  vormarxistischer Sozialismus 
    
  
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