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häusliche Produktionsweise []

häusliche Produktionsweise

A: namaṭ al-intāǧ al-manzilī. – E: domestic mode of production. – F: mode de production domestique. – R: domašnij sposob proizvodstva. – S: modo de producción doméstico. – C: jiating shengchan fangshi

Dagmar Engelken

HKWM 5, 2001, Spalten 1215-1224

In den 1960er Jahren entsteht in Frankreich eine »ökonomische Anthropologie« mit dem Anspruch, die Reichweite des marxistischen Begriffs der Produktionsweise für die Erforschung außereuropäischer, v.a. afrikanischer Gesellschaften nutzbar zu machen. In diesem Kontext entwickelt Claude Meillassoux im Anschluss an den von Marshall Sahlins geprägten Begriff der hP ein Konzept zur Analyse segmentärer patrilinearer Gesellschaften. Diese sind gekennzeichnet durch landwirtschaftliche Produktion auf niedrigem technischen Niveau vorwiegend zum Zwecke der Selbstversorgung, durch den freien Zugang der Produzenten zum Boden und durch das Vorherrschen von häuslichen und verwandtschaftlichen Beziehungen als wesentlichen gesellschaftlichen Organisationsformen. Andere Autoren prägten dafür Begriffe wie »lineage mode of production«, »community mode of production«, »kin corporate mode of production« oder »communal mode of production« (Stamp 1986). Sie beziehen sich auf die lokale Organisationsstruktur vieler afrikanischer Gesellschaften, was jedoch nicht übergeordnete staatliche Strukturen ausschließt, die auf Fernhandel gründen und die dörflichen Gemeinschaften relativ unberührt lassen. Catherine Coquery-Vidrovich kennzeichnet diesen Doppelcharakter mit dem Begriff der »afrikanischen Produktionsweise« (1978 u. 1994).

Meillassoux’ Konzept der hP gewinnt besondere Bedeutung in marxistisch-feministischer Perspektive: indem es sich auf die Verschränkung von Alters- und Geschlechterverhältnissen in vorstaatlichen Gesellschaften konzentriert, ermöglicht es ein besseres Verständnis des späteren Zusammenhangs von Klassenherrschaft und Patriarchat. Außerdem spannt Meillassoux den Bogen von der hP zum Problem der Reproduktion der Arbeitskraft im Kapitalismus und leistet damit einen Beitrag sowohl zur Theorie des Imperialismus, des peripheren Kapitalismus und der Unterentwicklung als auch allgemein zur marxistischen Formationstheorie.

afrikanische Produktionsweise, altamerikanische Produktionsweise, Anthropologie, asiatische Produktionsweise, Dorfgemeinschaft, Ethnologie, Familie, Familienarbeit/Hausarbeit, Formationstheorie, Geschlechterverhältnisse, Gesellschaftsformation, Imperialismus, koloniale Produktionsweise, Kolonialismus, Matriarchat, Neokolonialismus, ökonomische Anthropologie, Patriarchat, peripherer Kapitalismus, Produktionsverhältnisse, Produktionsweise, Reproduktion, Reproduktionsverhältnisse, Subsistenz, tributäre Produktionsweise, Unterentwicklung, Urkommunismus, ursprüngliches Gemeinwesen, Verwandtschaft, vorkapitalistische Produktionsweisen, Weltsystem

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