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Einheit []

Einheit

A: waḥda. – E: unity. – F: unité. – R: edinstvo. – S: unidad. – C: tongyi, tongyixing

Andreas Arndt

HKWM 3, 1997, Spalten 165-194

Der Ausdruck E hat vielfältige Konnotationen im alltagssprachlichen, einzelwissenschaftlichen, politisch-ideologischen und philosophischen Bereich. Die verschiedenen, z.T. schwankenden und einander auch widersprechenden Bedeutungen von E verdichten sich nicht zu einem feststehenden Begriff. Eine allgemein anerkannte Bedeutung scheint E überhaupt nur im mathematischen Gebrauch (als numerische E) zu haben. Bereits in der Antike erscheinen die Äquivalente von E daher als Ausdrücke, an denen sich unterschiedliche Problematiken festmachen. E ist nur mit spezifizierenden Indizes als Begriff aufzufassen (z.B. numerische E, ontologische E, erkenntnistheoretische E, physische E, funktionale E) und daher, für sich genommen, in erster Linie problemanzeigend. Gleichwohl erscheint E selbst als fundamentales Problem der Philosophie, sofern der Ausdruck Zusammenfassung, Zusammenhang, Totalität, Ganzheit, Allgemeinheit, Identität u.ä. assoziieren lässt, d.h. die Charakteristika von ›Vernunft‹. Hegel hat sich daher berechtigt gesehen, die Auftritte des Ausdrucks E und der mit ihm verbundenen Problematiken zur Spur der Vernunft in der Geschichte der Philosophie so zusammenzuziehen, dass diese Geschichte selbst auf das Problem der E zurückgeführt und mit der Problemgeschichte von E identisch wird, »indem die Philosophie es […] mit der E überhaupt, aber nicht mit der abstrakten […], sondern mit der konkreten E (dem Begriffe) zu tun und in ihrem ganzen Verlaufe ganz allein es damit zu tun hat, - dass jede Stufe des Fortgangs eine eigentümliche Bestimmung dieser konkreten E ist und die tiefste und letzte der Bestimmungen der E die des absoluten Geistes ist.« (Enz 31830) Die Auszeichnung der vernünftigen E als konkrete bedeutet freilich auch, dass sie sich nur durch den immanenten Zusammenhang von Gedankenbestimmungen, d.h. durch bestimmte Begriffe erfüllen lässt, in denen »die vielgestalteten Weisen ihrer [der E] Bestimmtheit« hervortreten (ebd.). E hat daher, gerade als vernünftige, den spezifizierenden bzw. konkretisierenden Index der (begrifflichen) Bestimmtheit an sich und orientiert auf die Erfassung und Darstellung bestimmter Verhältnisse, nicht auf eine unbegriffliche Anschauung diffuser Ganzheiten.

Hegels Auffassung konkreter E wird auch von Marx und Engels übernommen, jedoch im Rahmen einer grundsätzlich anderen Bestimmung der Philosophie im Verhältnis zu den besonderen Wissenschaften und zur gesellschaftlichen Praxis, die daraus folgt, dass sie nicht, wie Hegel, die Geschichte als durch die Vernunft konstituiert, sondern umgekehrt die als vernünftig auszuzeichnenden Erkenntnisformen als geschichtlich konstituiert verstehen. Hieraus entstehen besondere theoretische Probleme hinsichtlich der Begründung einer Konzeption konkreter E, zumal Marx seine philosophische Praxis, wie er sie in der Kritik besonderer Wissenschaften, in historischen Analysen und gesellschaftlich-politischen Interventionen entfaltet, nur ansatzweise auch auf einer philosophischen Ebene reflektiert hat.

Aktionseinheit, allgemeine Arbeit, Arbeit, Aufklärung, Bewußtsein, bürgerliche Gesellschaft, Dialektik, Einheitsfront, Empirismus, Entäußerung, Erfahrung, Erscheinung/Erscheinungsform, Extreme, Ganzes, Geist, Geistesgeschichte, Geschichte, Geschichtsphilosophie, Gesellschaft, Gesellschaftsformation, Gesellschaftsvertrag, historischer Materialismus, Ich, Identität, Kohärenz, Kommunikation, Luxemburgismus, Metaphysik, Monismus, Naturgeschichte, Ontologie, Persönlichkeitstheorie, Philosophie, Pluraler Marxismus, Praxis, Rechtssubjekt, Relativismus, Selbstveränderung, Selbstzweck, Spinozismus, Subjekt, Subjektwissenschaft, System, Totalität, Universalismus, Vermittlung, Vernunft, Volksgeist, Widerspruch, Wissenschaft, Zusammenhang

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