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Glück []

Glück

A: as-sa‛āda. – E: happiness. – F: bonheur, félicité. – R: sčast’e. – S: felicidad. – C: xingfu

Wolfgang Fritz Haug

HKWM 5, 2001, Spalten 889-909

»Der Glücksanspruch«, notiert Herbert Marcuse 1937, »hat einen gefährlichen Klang in einer Ordnung, die für die meisten Not, Mangel und Mühe bringt.« (…) Für Heinrich Heine war er sogar eine revolutionäre Macht. In der »Welt-Revolution, dem großen Zweikampf der Besitzlosen mit der Aristokratie des Besitzes«, die er 1842, von Paris aus, kommen sieht, »wird weder von Nationalität noch von Religion die Rede sein: nur ein Vaterland wird es geben, nämlich die Erde, und nur einen Glauben, nämlich das G auf Erden.« (…) – Doch die Anziehungskraft des G eignen sich auch die Ideologien der Legitimation von Herrschaft und der Vertröstung aufs Jenseits an. Auf diesseitige Weise tut dies die liberale Ideologie der Entfesselung universeller Konkurrenz der ihrem privaten G nachjagenden Individuen. Sie übersetzt G herunter auf »›wellbeing‹ – that is, a notion of what makes an individual life go well« (Griffin 1998), oder kurz: »what enhances life« (…).

Wenige Begriffe sind daher durch antagonistische Beanspruchung so aufgespalten wie G: in Diesseits und Jenseits, irdisches G und Ewige Seligkeit, Solidarität und Egoismus. Die ›irdischen‹ Bedeutungen klaffen so weit auseinander wie die arbeitsteilige Klassengesellschaft selbst: Träume vom Schlaraffenland beim Volk, Diätetiken des Selbstgenusses und der Seelenruhe bei reichen Gebildeten. Stendhal erfuhr das G, »d’avoir pour métier sa passion« (…); als »Rien faire comme une bête, auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen«, malte (der in seinem Metier passioniert tätige) Adorno es einmal aus (…). – In allen Ideologien und Anti-Ideologien sowohl von Teilen der Herrschenden (Epikuräer) als auch des Volks und der kritischen Intellektuellen, sind Begriffe vom G eingelassen. Im Deutschen trägt zur Aufnahmefähigkeit des Begriffs für antagonistische Bedeutungen bei, dass ›G‹ umfasst, was in anderen Sprachen in Zufalls-Erfolg (G im Spiel, fortuna) und erfülltes Lebensgefühl (beatitudo, felicitas) auseinandergelegt ist. Immer aber reichert sich die Idee des G »mit affektiven Resonanzen an« (…) und gehört zugleich der Reflexion, der Erfahrung und dem Traum an (Alfred Fouillé).

Angst/Furcht, Antiideologie, Aufklärung, Bedürfnis, Befreiung, Befriedigung, Dummheit, eingreifendes Denken, Elend, Ewigkeit, falsche Bedürfnisse, falsches Bewusstsein, Freiheit, Freude, Frustration, Gemeinschaft, Genuss, Geschlechterverhältnisse, Geschlechtervertrag, Gewohnheit, Gleichheit, griechische Antike, Große Weigerung, Hedonismus, Ideologietheorie, Klassenbewusstsein, Krieg, Lachen, Liebe, Materialismus, passive Revolution, Resignation, Schönheit, Unglück, Verrat, Warenästhetik, Weisheit, Zufall

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