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Lila []

Lila

A: lailakī, banafsağī. – E: purple, lavender, mauve. - F: lilas/mauve. – R: lilovyj. – S: lila, magenta. - C: danzise 淡紫色

Claudia Karolyi (mit Melanie Stitz)

HKWM 8/I, 2012, Spalten 1109-1122

In den 1970er Jahren etablierte sich die Farbe L international als Kampf- und Identifikationsfarbe der Frauenbewegung. Diese einmütige Akzeptanz von L durch eine sehr heterogene Frauenbewegung lässt sich durch die symbolische Komplexität von Farben im Allgemeinen und die gesellschaftspolitische und spirituelle Sprengkraft von L im Besonderen erklären. Farben werden im Rahmen ritueller, religiöser, kultureller, institutioneller und politischer Denksysteme und Praxen mit symbolischer Bedeutsamkeit aufgeladen, ihr Symbolwert hängt allerdings auch von ihrer Verfügbarkeit und ihrem Handelswert ab. Sie schaffen einen semantischen Raum, der gesellschaftspolitische Orientierung bietet und eine rasche und mühelose »Erfahrung der Zugehörigkeit« ermöglicht (Macho 2006). Farben besitzen jedoch in ein und derselben Weltanschauung oft widersprüchliche symbolische Belegungen, unterliegen einem ständigen Bedeutungsfluss und können im Zuge politischer Kämpfe einen radikalen Bedeutungswechsel vollziehen. Auch die Geschichte der Farbe L verdeutlicht, dass dabei historische Symbolik überschrieben oder produktiv integriert wird.

Das seit dem 18. Jh. im Deutschen nachweisbare Adjektiv lila (fliederblütenfarben) geht auf das französische lilas (Flieder, Fliederblütenfarbe) bzw. das ältere lilac und das spanische lila zurück. Der Begriff stammt aus dem arabischen līlāk, dem über das persische līlāǧ (Indigopflanze) das altindische nīlah (dunkelfarbig, dunkelblau, schwarz) zugrundeliegt (Etymol WB). Verschiedene parallel existierende Farbbezeichnungssysteme ordnen L dem Magenta-, Violett- oder Blaubereich zu. Die Farbbezeichnung L subsumiert daher im Folgenden nahezu alle Spielarten dieses Bereichs, für die zahlreiche Farbnamen von Purpurrot, Rosaviolett und Flieder bis Mauve, Violett und Purpurblau verwendet werden (vgl. Welsch/Liebmann 2007).

Aneignung, Emanzipation, Feminismus, Frauenbewegung, Frauenemanzipation, Friedensbewegung, Geschlecht, Geschlechterverhältnisse, geschlechtsegalitäre Gesellschaften, Göttin, Grundwiderspruch (Haupt-/Nebenwiderspruch), Herrschaft, Heteronormativität, Hexe, Hexenverfolgung, Homosexualität, Internationaler Frauentag, Kirche, Kultur, Lesbenbewegung, Macht, Marxismus-Feminismus, Neue Soziale Bewegungen, Patriarchat, Queer-Theorie, Rasse/Klasse/Geschlecht, Rot, Schwulenbewegung, Sexualität, Studentenbewegung, Subkultur, Symbol, Wahlen, Widerstand

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l/lila.txt · Zuletzt geändert: 2015/03/27 00:07 von christian     Nach oben
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