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Humanismus []

Humanismus

A: al-insānīya. – E: Humanism. – F: humanisme. – R: gumanizm. – S: humanismo. – C: rendao zhuyi, renwen zhuyi 人道主义, 人文主义

Pablo Guadarrama, Frieder Otto Wolf

HKWM 6/I, 2004, Spalten 548-564

Das Feld des H mit seinen vermeintlich »zeitlosen Begriffen der Menschlichkeit« (Newald 1947) unterliegt antagonistischen Inanspruchnahmen, die schon in frühesten Zeugnissen zu finden sind: zwischen einem H der Herrschaftsaffirmation, wie ihn bereits Platon (Nomoi) exemplifiziert, und einem H des Anspruchs, einfach »weil der Mensch ein Mensch ist« (Brecht) als Mensch und nicht schlimmer als ein Hund behandelt zu werden, wie die Kyniker ihn eindrucksvoll vertreten (vgl. Finley 1968). Angesichts des Herren-H haben engagierte Herrschaftskritiker ihre Position als Anti-H artikuliert (vgl. Barth 1950), während von anderen immer wieder versucht worden ist, den H als herrschaftskritische Position zu artikulieren (vgl. Cliteur/van Houten 1991). Der Anspruch der Proletarier auf menschenwürdige Behandlung ist demgemäß immer wieder als H artikuliert worden, während die »ideologischen Stände« (Marx) der bestehenden Verhältnisse ihren Anspruch, zur ›Elite‹ zu gehören, ebenso als H vertreten haben. – In der großen Krisenperiode des 20. Jh. (1914-1945) kam es v.a. in den 1930er Jahren im Zuge der Konfrontation mit nationalistischer, rassistischer und zunehmend faschistischer ›Inhumanität‹ zu einer Zuspitzung der entgegengesetzten Inanspruchnahme des H durch ›Volksfrontintellektuelle‹ und Vertreter eines elitären H. In Nachkriegszeit und Kalter-Kriegs-Periode haben sowohl offizielle als auch dissidente Marxismen diesen Anspruch unter Bedingungen einer ›gefesselten Entstalinisierung‹ und im Zeichen des Antifaschismus und der Weltfriedensbewegung fortgeführt. Erst im von Louis Althusser 1965 ausgelösten ›H-Streit‹ ist der H Gegenstand anspruchsvollerer marxistischer Diskussionen geworden. In der Endkrise des Staatssozialismus wurde H in seiner doppelten Entgegensetzung – gegen borniert klassengebundene als auch ethnozentrische Vereinnahmungen – noch einmal zum Thema historischer Auseinandersetzungen (vgl. Haug 1989). Unterm Zeichen des vom siegreichen Neoliberalismus triumphalistisch verkündeten ›Endes der Geschichte‹ schien der H im ›post-universalistischen‹ Diskurs zu versanden, um dann in der Konsolidierung der ›neuen Weltordnung‹ als beliebig zu füllende Worthülse für militärische Interventionen (re-)instrumentalisiert zu werden (vgl. Chomsky 2000).

Anthropologie, Aufklärung, bürgerliche Gesellschaft, Bildung, Elite, Emanzipation, Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, Erbe, Existenz, Faschismus, Freiheit, Frühschriften, Geist, Geistesgeschichte, Gleichheit, Herrschaft, historische Mission der Arbeiterklasse, Historismus, Historizismus (absoluter), Humanismusstreit, klassisch, Kommunismus, Menschenbild, Moderne, neuer Mensch, Neue Soziale Bewegungen, Religionskritik, Wesen des Menschen

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h/humanismus.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/26 21:29 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
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