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dialektisches Theater []

dialektisches Theater

A: al-masraḥ al-dīyālīktīkī. – E: dialectical theatre. – F: théâtre dialectique. – R: dialektičeskij teatr. – S: teatro dialéctico. – C: bianzheng xiju

Manfred Wekwerth

HKWM 2, 1995, Spalten 704-714

Der Begriff findet sich bei Brecht erstmalig im Kontext der »Nachträge zum kleinen Organon« 1954/55. Bei den Inszenierungen des Gegenwartsstücks Katzgraben von Erwin Strittmatter, vor allem aber seines eigenen Stücks Der Kaukasische Kreidekreis schien Brecht der Begriff »episches Theater«, den er seit den 1920er Jahren verwendete, nicht mehr zureichend. Gerade beim Kaukasischen Kreidekreis, der ja der Form nach das am meisten epische Stück Brechts ist, erschlossen sich Poesie und Witz nicht vor allem über die epische Form, da gerade das Epische, um »in Gang zu kommen«, noch etwas anderes herausforderte: die Dialektik. Nicht nur bei der Analyse der Szenen, sondern bei ihrer ästhetischen Realisierung waren dialektische Lösungen gefragt. Brecht konzentrierte sich bei der Inszenierung auf die Darstellung der Widersprüche, vor allem in den Figuren selbst, der plötzlichen Umbrüche, der »Wechsel der Zeiten«. Für diese Arbeitsweise war der Begriff »episches Theater« zu unkonkret: »Wenn jetzt der Begriff ›episches Theater‹ aufgegeben wird, so nicht der Schritt zum bewußten Erleben, den es nach wie vor ermöglicht. Sondern es ist der Begriff nur zu ärmlich und vage für das gemeinte Theater; er braucht genauere Bestimmungen und muß mehr leisten.« (…) Und: »Dies bedeutet kein Zurückgehen. Vielmehr ist durch Festigung des erzählerischen Elements für alles Theater, für das jetzige wie für das bisherige, nunmehr eine Grundlage geschaffen für die Besonderheit neuen Theaters, das zumindest dadurch neu ist, daß es Züge bisherigen Theaters – die dialektischen – bewußt ausbildet und vergnüglich macht. Von dieser Besonderheit her erscheint die Bezeichnung episches Theater als ganz allgemein, unbestimmt, fast formal.« (…) Und: »Es wird jetzt der Versuch gemacht, vom epischen Theater zum dialektischen Theater zu kommen. Unseres Erachtens und unserer Absicht nach waren die Praxis des epischen Theaters und sein ganzer Begriff keinesfalls undialektisch, noch wird ein dT ohne das epische Moment auskommen. Dennoch denken wir an eine ziemlich große Umgestaltung.« (…)

Antiideologie, Ästhetik, ästhetische Theorie, Brecht-Linie, Dialektik, dialektisches Bild, Dummheit, Dummheit in der Musik, eingreifendes Denken, episches Theater, Gestus, Materialästhetik, Montage, Philosophie der Praxis, philosophisches Volkstheater, Tuismus, Verändern, Verfremdung, Weisheit

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