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Determinismus []

Determinismus

A: ḥatmīya. – E: determinism. – F: déterminisme. – R: determinizm. – S: determinismo. – C: jueding lun

Emilia Giancotti (WFH) (I.), Thomas Laugstien (II.)

HKWM 2, 1995, Spalten 624-641

I. In seiner weitesten Bedeutung bezeichnet D eine Theorie, welche die allgemeine Gültigkeit des Kausalitätsprinzips aussagt, sei es in bezug auf die Naturerscheinungen, sei es auf die Weisen und Motive menschlichen Handelns und Verhaltens. Eine Theorie also, die jede Zufälligkeit in der Natur und jegliche Form freien Willens im menschlichen Verhalten bestreitet. Wesentlich sind das Moment der Notwendigkeit und das der Vorhersehbarkeit. Die dem D entgegengesetzte Theorie wird mit dem Ausdruck »Indeterminismus« bezeichnet. Beide Begriffe haben ihre Anwendungsfelder sowohl in der Philosophie wie in der Physik. In uneigentlicher Rede spricht man von D als Synonym für Fatalismus, um die Haltung passiver Hinnahme einer von einer äußeren Macht auferlegten notwendigen Ordnung zu bezeichnen (zur Kritik des D als »Fatalismus« vgl. Gramsci, Gef 5, H. 8, §205).

II. D im Sinne gesetzmäßig vorherbestimmter Entwicklung gilt als »ein zentraler Gedanke des von Marx begründeten und von Engels und Kautsky popularisierten Wissenschaftlichen Sozialismus« (LS). Wegen der Vernachlässigung des menschlichen Handelns und der handelnden Menschen, was in der II. Internationale den »revolutionären Attentismus« begünstigte und im autoritären Sozialismus legitimatorische Funktion erhielt, hat sich der Geschichts-D philosophisch wie politisch diskreditiert. Durch die Umwälzungen in der Physik (Prinzip des »Indeterminismus«) ist aber auch der aus dem Ursache-Wirkungs-Denken der klassischen Mechanik hervorgegangene naturwissenschaftliche D zum Problem geworden. Karl Popper tadelt »Marxens soziologischen D« (1958) nicht deshalb, weil er sich vermeintlich auf das kausale Erklärungsmodell beruft, »denn die besten Wissenschaftler seiner Zeit taten dasselbe«, sondern er wirft dem Marxschen »Historizismus« eine »Verwechslung« des szientifischen D mit einer »historischen Prophezeihung« vor, »die uns in groben Linien die Haupttendenzen der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft erzählt« (…). Freilich trifft das eher den Vulgärmarxismus als den Verfasser der ThF, die sich vom Standpunkt der Praxis gegen den Objektivismus (und damit auch gegen den mechanischen Kausalismus) im Historischen richten.

Ableitung, Althusser-Schule, Antizipation, Basis, Bestimmung/Determination, bestimmte Negation, Charaktermaske, Denkform, dialektischer Materialismus, Diskursanalyse, Form, Freiheit, Frühschriften, Gesetz (soziales), historischer Materialismus, Ideologiekritik, Indeterminismus, Instanz, mechanischer Materialismus, Naturdialektik, Naturwissenschaft, Notwendigkeit, Ökonomismus, Personifikation, Reflex, Sein/Bewusstsein, Subjekt, Überdeterminierung, Unbewußtes, Wechselwirkung, Zufall

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d/determinismus.txt · Zuletzt geändert: 2015/10/27 18:26 von christian     Nach oben
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