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k:kulturpolitik [2013/03/20 09:33]
christian
k:kulturpolitik [2018/02/26 21:29] (aktuell)
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-»Culturpolitik« ist im Feudalabsolutismus Teil der »Polizeywissenschaft«, für die »gemeiner Nutz« und »gemeine Wolfart« die aufklärerische Bevormundung und reglementierenden Eingriffe des Staates in die [[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise]] legitimieren (zit.n. Wagner 2009). Im expansionistischen wilhelminischen Staat rechtfertigt Karl Lamprecht eine »auswärtige K, welche die Völker einen und befrieden soll«, mit dem »Wettbewerbe um die höchsten sittlichen und intellektuellen Güter der Menschheit«, wobei »unsere Nation, die Nation der Philosophen und Pädagogen, eine besondere wichtige Rolle zu übernehmen berufen ist« (1912/1976). »[[k:Kultur]] durch Macht und Macht durch Kultur« (Spranger 1923), lautet die Devise. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wird »K« mehr und mehr für die öffentliche //Kulturpflege// verwendet.+»Culturpolitik« ist im Feudalabsolutismus Teil der »Polizeywissenschaft«, für die »gemeiner Nutz« und »gemeine Wolfart« die aufklärerische Bevormundung und reglementierenden Eingriffe des Staates in die [[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise]] legitimieren (zit.n. Wagner 2009). Im expansionistischen wilhelminischen Staat rechtfertigt Karl Lamprecht eine »auswärtige K, welche die Völker einen und befrieden soll«, mit dem »Wettbewerbe um die höchsten sittlichen und intellektuellen Güter der <!--[-->[[m:Menschheit|Menschheit]]<!--]-->«, wobei »unsere Nation, die Nation der Philosophen und Pädagogen, eine besondere wichtige Rolle zu übernehmen berufen ist« (1912/1976). »[[k:Kultur]] durch <!--[-->[[m:Macht|Macht]]<!--]--> und Macht durch Kultur« (Spranger 1923), lautet die Devise. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wird »K« mehr und mehr für die öffentliche //Kulturpflege// verwendet.
  
 Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnet »K« im weiteren Sinne den »Bereich, in dem Politik […] Teile der Rahmenbedingungen des Kulturprozesses strukturiert«, im engeren Sinne den Bereich, »in dem die öffentliche Hand sich (idealiter) um die Bereitstellung der Freiräume für den freien Kommunikationsprozess der Künste kümmert« (Kramer 1990). Sie agiert kompensatorisch, insofern sie Defizite ausgleichen will, die von anderen Systemimperativen hervorgebracht werden. In beiden Dimensionen ist sie in Deutschland, weitgehend auch in Europa, erst seit den 1960er Jahren zur Blüte gelangt, als ›Kultur‹ zunehmend als Faktor in der ökonomischen Standortkonkurrenz und ›Kulturwirtschaft‹ als Wachstumsbranche entdeckt wurde (vgl. Haug 2011).  Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnet »K« im weiteren Sinne den »Bereich, in dem Politik […] Teile der Rahmenbedingungen des Kulturprozesses strukturiert«, im engeren Sinne den Bereich, »in dem die öffentliche Hand sich (idealiter) um die Bereitstellung der Freiräume für den freien Kommunikationsprozess der Künste kümmert« (Kramer 1990). Sie agiert kompensatorisch, insofern sie Defizite ausgleichen will, die von anderen Systemimperativen hervorgebracht werden. In beiden Dimensionen ist sie in Deutschland, weitgehend auch in Europa, erst seit den 1960er Jahren zur Blüte gelangt, als ›Kultur‹ zunehmend als Faktor in der ökonomischen Standortkonkurrenz und ›Kulturwirtschaft‹ als Wachstumsbranche entdeckt wurde (vgl. Haug 2011). 

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