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k:kultureller_materialismus [2015/04/05 21:14]
christian
k:kultureller_materialismus [2018/02/26 21:29] (aktuell)
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 II. Raymond Williams' Reformulierung des Kulturbegriffs bezieht alle Lebens-, Organisations- und [[k:Kommunikation]]sformen ein und begreift jegliche soziale Praxis als Ergebnis kultureller Beziehungen: »What we sometimes call ›culture‹ – a religion, a moral code, a system of law, a body of work in the arts – is to be seen as only a part – the conscious part – of that ›culture‹ which is the whole way of life.« (1958) Diese weite <!--[-->[[d:Definition|Definition]]<!--]--> im Sinne von ›ganzer [[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise]]‹ oder ›Lebensart‹ grenzt das Kulturelle auf keinen Ort in der Gesellschaft ein und macht ›Kultur‹ zu »one of the two or three most complicated words« (1976a). Williams' Überlegungen gehen von den überkommenen Konzeptionen von Kultur aus, die er drei Kategorien zuordnet: einer ›idealen‹ <!--[-->[[b:Bestimmung, Determination|Bestimmung]]<!--]-->, in der Kultur, [[b:Bildung]] konnotierend, für menschliche Vervollkommnung steht; einer ›dokumentarischen‹, in der »Kultur als das Korpus geistiger und imaginativer Werke erscheint, in denen menschliches [[d:Denken]] und [[e:Erfahrung]]« aufgezeichnet sind; schließlich einer ›gesellschaftlichen‹, in der Kultur als Lebensweise zum Ausdruck kommt, »deren Werte sich nicht nur in [[k:Kunst]] und [[e:Erziehung]] ausdrücken, sondern auch in [[i:Institution|Institutionen]] und im ganz gewöhnlichen Verhalten« (1977c). Jede dieser Bestimmungen habe »ihren Wert«, entscheidend sei die Zusammenführung der jeweils sich ergebenden Aufgabenstellungen: im ersten Fall geht es darum, die Werte herauszuarbeiten, die für eine »zeitlose Ordnung« stehen (…); auf der ›dokumentarischen‹ Ebene fällt Kulturanalyse in eins mit Kritik im weitesten Sinn; für die ›gesellschaftliche‹ Bestimmung entfaltet Williams ein Modell von Kulturanalyse, das für die //Cultural Studies// prägend werden sollte und das die Elemente einer bestimmten Lebensweise in den Blick rückt, zu denen auch »die Organisierung der Produktion, die Struktur der [[f:Familie]], der Aufbau bestimmter, die gesellschaftlichen Beziehungen regierender oder sie widerspiegelnder Einrichtungen, die charakteristischen Kommunikationsformen« gehören (…). II. Raymond Williams' Reformulierung des Kulturbegriffs bezieht alle Lebens-, Organisations- und [[k:Kommunikation]]sformen ein und begreift jegliche soziale Praxis als Ergebnis kultureller Beziehungen: »What we sometimes call ›culture‹ – a religion, a moral code, a system of law, a body of work in the arts – is to be seen as only a part – the conscious part – of that ›culture‹ which is the whole way of life.« (1958) Diese weite <!--[-->[[d:Definition|Definition]]<!--]--> im Sinne von ›ganzer [[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise]]‹ oder ›Lebensart‹ grenzt das Kulturelle auf keinen Ort in der Gesellschaft ein und macht ›Kultur‹ zu »one of the two or three most complicated words« (1976a). Williams' Überlegungen gehen von den überkommenen Konzeptionen von Kultur aus, die er drei Kategorien zuordnet: einer ›idealen‹ <!--[-->[[b:Bestimmung, Determination|Bestimmung]]<!--]-->, in der Kultur, [[b:Bildung]] konnotierend, für menschliche Vervollkommnung steht; einer ›dokumentarischen‹, in der »Kultur als das Korpus geistiger und imaginativer Werke erscheint, in denen menschliches [[d:Denken]] und [[e:Erfahrung]]« aufgezeichnet sind; schließlich einer ›gesellschaftlichen‹, in der Kultur als Lebensweise zum Ausdruck kommt, »deren Werte sich nicht nur in [[k:Kunst]] und [[e:Erziehung]] ausdrücken, sondern auch in [[i:Institution|Institutionen]] und im ganz gewöhnlichen Verhalten« (1977c). Jede dieser Bestimmungen habe »ihren Wert«, entscheidend sei die Zusammenführung der jeweils sich ergebenden Aufgabenstellungen: im ersten Fall geht es darum, die Werte herauszuarbeiten, die für eine »zeitlose Ordnung« stehen (…); auf der ›dokumentarischen‹ Ebene fällt Kulturanalyse in eins mit Kritik im weitesten Sinn; für die ›gesellschaftliche‹ Bestimmung entfaltet Williams ein Modell von Kulturanalyse, das für die //Cultural Studies// prägend werden sollte und das die Elemente einer bestimmten Lebensweise in den Blick rückt, zu denen auch »die Organisierung der Produktion, die Struktur der [[f:Familie]], der Aufbau bestimmter, die gesellschaftlichen Beziehungen regierender oder sie widerspiegelnder Einrichtungen, die charakteristischen Kommunikationsformen« gehören (…).
  
-➫ [[a:Alltag]], [[a:ästhetische Theorie]], [[a:Autonomie der Kunst]], [[b:Basis]], [[e:Erfahrung]], [[g:Gramscismus]], [[h:Hegemonie]], [[h:historischer Materialismus]], [[i:Idealismus/Materialismus]], [[i:Ideologietheorie]], [[i:Intellektuelle]], [[k:Kultur]], <!--[-->[[k:kulturelle Wende|kulturelle Wende]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kulturstudien (Cultural Studies)|Kulturstudien (Cultural Studies)]]<!--]-->, [[k:Kunst]], <!--[-->[[k:Kunstwerk|Kunstwerk]]<!--]-->, <!--[-->[[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise/Lebensbedingungen]]<!--]-->, [[l:literary criticism]], <!--[-->[[l:Literaturkritik|Literaturkritik]]<!--]-->, Massenkultur, Materialismus, materielle Kultur, Neue Linke, Ökonomismus, Poesie, Politik des Kulturellen, Poetik, Sprache, Subalternität, Theater, Überbau, Weltliteratur, westlicher Marxismus, Widerspiegelung+➫ [[a:Alltag]], [[a:ästhetische Theorie]], [[a:Autonomie der Kunst]], [[b:Basis]], [[e:Erfahrung]], [[g:Gramscismus]], [[h:Hegemonie]], [[h:historischer Materialismus]], [[i:Idealismus/Materialismus]], [[i:Ideologietheorie]], [[i:Intellektuelle]], [[k:Kultur]], <!--[-->[[k:kulturelle Wende|kulturelle Wende]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kulturstudien (Cultural Studies)|Kulturstudien (Cultural Studies)]]<!--]-->, [[k:Kunst]], <!--[-->[[k:Kunstwerk|Kunstwerk]]<!--]-->, <!--[-->[[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise/Lebensbedingungen]]<!--]-->, [[l:literary criticism]], <!--[-->[[l:Literaturkritik|Literaturkritik]]<!--]-->, <!--[-->[[m:Massenkultur|Massenkultur]]<!--]-->, Materialismus, materielle Kultur, Neue Linke, Ökonomismus, Poesie, Politik des Kulturellen, Poetik, Sprache, Subalternität, Theater, Überbau, Weltliteratur, westlicher Marxismus, Widerspiegelung
  
  
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