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k:krise [2011/03/20 04:37]
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-I. K.n lassen sich als Zwischenzeiten begreifen, in denen die gewohnte Ordnung nicht mehr funktioniert, aber noch keine neue Regelungsweise gefunden ist. Eine große Unordnung wird als K wahrgenommen, dies sowohl in der Wirtschaftsweise als auch in ihrer politischen Regulierung, in Bezug auf die handelnden Akteure und die [[d:Denkform]]en. Als System-K kann sie alle Dimensionen zugleich betreffen. Sie kann auch bloß in einzelnen gesellschaftlichen Sektoren auftreten. Dafür gibt es eine Vielzahl von Benennungen: die politische, die persönliche, die [[b:Bildung]]s-, die Legitimations-K, die K des Marxismus ebenso wie die des Gesundheitssystems. Marx etwa behandelt nacheinander die [[k:Kredit]]- und die [[g:Geld]]-K, Produktions-, Wirtschafts-, [[h:Handel]]s-K usw. Die Gemengelage macht es zum Problem, ein Gemeinsames aller K.n herauszuarbeiten.\\  +I. K.n lassen sich als Zwischenzeiten begreifen, in denen die gewohnte Ordnung nicht mehr funktioniert, aber noch keine neue Regelungsweise gefunden ist. Eine große Unordnung wird als K wahrgenommen, dies sowohl in der Wirtschaftsweise als auch in ihrer politischen Regulierung, in Bezug auf die handelnden Akteure und die [[d:Denkform]]en. Als System-K kann sie alle Dimensionen zugleich betreffen. Sie kann auch bloß in einzelnen gesellschaftlichen Sektoren auftreten. Dafür gibt es eine Vielzahl von Benennungen: die politische, die persönliche, die [[b:Bildung]]s-, die Legitimations-K, die K des Marxismus ebenso wie die des Gesundheitssystems. Marx etwa behandelt nacheinander die [[k:Kredit]]- und die [[g:Geld]]-K, Produktions-, Wirtschafts-, [[h:Handel]]s-K usw. Die Gemengelage macht es zum Problem, ein Gemeinsames aller K.n herauszuarbeiten. 
- Indem eine K das Gewohnte aus den Halterungen reißt, kann in ihr ein Neuanfang gemacht und eine Neuordnung versucht werden. Deren Gelingen ist abhängig von den [[k:Kräfteverhältnis]]sen, v.a. von der [[h:Handlungsfähigkeit]] der organischen Akteure. Eine K kann ebenso eine Revolution anbahnen und die alten [[f:Form]]en zerstören, wie zu verschärfter Restauration führen. K-Bekämpfung kann u.U. Öl ins Feuer gießen oder die Lage vorübergehend beruhigen, bis eine Große K die Dämme sprengt. »Wodurch überwindet die [[b:Bourgeoisie]] die K.n?«, fragt Marx im //Manifest// und antwortet: »Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere K.n vorbereitet und die Mittel, den K.n vorzubeugen, vermindert.« (...) Die K ist in jedem Fall eine Aufforderung, die Kräfte zu reorganisieren. Für jede [[b:Befreiung]]stheorie ist der [[b:Begriff]] K elementar, denn die Wendungen und Veränderungen, auf die sie setzt, müssen allesamt zugleich als K verstanden werden. – K wird im Folgenden abgehandelt als Problematik in den Produktionsverhältnissen, in den Subjekten und in den Denkformen.  + 
-  +Indem eine K das Gewohnte aus den Halterungen reißt, kann in ihr ein Neuanfang gemacht und eine Neuordnung versucht werden. Deren Gelingen ist abhängig von den [[k:Kräfteverhältnis]]sen, v.a. von der [[h:Handlungsfähigkeit]] der organischen Akteure. Eine K kann ebenso eine Revolution anbahnen und die alten [[f:Form]]en zerstören, wie zu verschärfter Restauration führen. K-Bekämpfung kann u.U. Öl ins Feuer gießen oder die Lage vorübergehend beruhigen, bis eine Große K die Dämme sprengt. »Wodurch überwindet die [[b:Bourgeoisie]] die K.n?«, fragt Marx im //Manifest// und antwortet: »Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere K.n vorbereitet und die Mittel, den K.n vorzubeugen, vermindert.« (...) Die K ist in jedem Fall eine Aufforderung, die Kräfte zu reorganisieren. Für jede [[b:Befreiung]]stheorie ist der [[b:Begriff]] K elementar, denn die Wendungen und Veränderungen, auf die sie setzt, müssen allesamt zugleich als K verstanden werden. – K wird im Folgenden abgehandelt als Problematik in den Produktionsverhältnissen, in den Subjekten und in den Denkformen. 
- II. Lenin erklärt es nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der damit verbundenen Spaltung der [[a:Arbeiterbewegung]] für vordringlich, »die Ursachen der sozialistischen K klarzulegen«; dies sei die wichtigste Aufgabe für »den, der Sozialist bleiben will«, wobei es das »schlimmste an der jetzigen K ist, dass bei den meisten offiziellen Vertretern des europäischen Sozialismus der bürgerliche Nationalismus, der [[c:Chauvinismus]] gesiegt hat« (...). Dagegen zielt er auf die Verwandlung des [[k:Krieg]]es in einen revolutionären [[b:Bürgerkrieg]]. Er begründet dies mit einer K-Konzeption, in der [[i:Imperialismus]], Krieg und Revolution zusammen genommen das Endstadium des [[k:Kapitalismus]] und die »Ära der proletarischen, sozialistischen Revolution« ausmachen (...). Mit diesem ökonomisch begründeten [[e:Epoche]]nbegriff legitimiert Lenin auch seine Wende zur Strategie des unmittelbaren Fortschreitens von der bürgerlichen zur proletarischen Revolution in Russland nach dem Sturz des Zarismus. »Die K ist so tiefgehend, so weit verzweigt, so weltumspannend, ist so eng mit dem [[k:Kapital]] verknüpft, dass der [[k:Klassenkampf]] gegen das Kapital unvermeidlich die Form der politischen [[h:Herrschaft]] des Proletariats und der Halbproletarier annehmen muss.« (Mai 1917) + 
 +II. Lenin erklärt es nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der damit verbundenen Spaltung der [[a:Arbeiterbewegung]] für vordringlich, »die Ursachen der sozialistischen K klarzulegen«; dies sei die wichtigste Aufgabe für »den, der Sozialist bleiben will«, wobei es das »schlimmste an der jetzigen K ist, dass bei den meisten offiziellen Vertretern des europäischen Sozialismus der bürgerliche Nationalismus, der [[c:Chauvinismus]] gesiegt hat« (...). Dagegen zielt er auf die Verwandlung des [[k:Krieg]]es in einen revolutionären [[b:Bürgerkrieg]]. Er begründet dies mit einer K-Konzeption, in der [[i:Imperialismus]], Krieg und Revolution zusammen genommen das Endstadium des [[k:Kapitalismus]] und die »Ära der proletarischen, sozialistischen Revolution« ausmachen (...). Mit diesem ökonomisch begründeten [[e:Epoche]]nbegriff legitimiert Lenin auch seine Wende zur Strategie des unmittelbaren Fortschreitens von der bürgerlichen zur proletarischen Revolution in Russland nach dem Sturz des Zarismus. »Die K ist so tiefgehend, so weit verzweigt, so weltumspannend, ist so eng mit dem [[k:Kapital]] verknüpft, dass der [[k:Klassenkampf]] gegen das Kapital unvermeidlich die Form der politischen [[h:Herrschaft]] des Proletariats und der Halbproletarier annehmen muss.« (Mai 1917) 
    
  
-➫ [[a:Akkumulation]], [[a:Alltagsverstand]],  [[a:Arbeiterbewegung]],  [[a:Arbeiterklasse]], [[a:Arbeit]]sprozessdebatte,  Armut,  [[a:Automation]]sarbeit,  [[b:Bewegung]], [[b:Brecht-Linie]],  Bruch,  [[d:Dialektik]],  [[e:eingreifendes Denken]],  [[e:eingreifende Sozialforschung]],  Elemente des Neuen,  [[e:Erfahrung]],  [[f:Familie]],  [[f:Form]], [[g:Geschichte]],  [[g:Geschichtsphilosophie]],  [[g:Geschlechterverhältnisse]], [[g:Gewohnheit]],  [[h:Hegemonie]],  [[h:Herrschaft]],  [[i:integraler Staat]],  [[i:Intellektuelle]], [[k:Kapital]],  [[k:Katastrophe]],  [[k:Konflikttheorien]],  [[k:Konterrevolution]], [[k:Kräfteverhältnis]],  [[k:Krise des Marxismus]],  Krisentheorien,  Kritik, Lernen,  Macht,  Negation,  Ordnung,  passive Revolution, Produktionsverhältnisse,  Produktivkräfte,  Revolution,  revolutionäre Realpolitik,  System,  Utopie,  Verfremdung,  Widerspruch, Zivilgesellschaft +➫ [[a:Akkumulation]], [[a:Alltagsverstand]],  [[a:Arbeiterbewegung]],  [[a:Arbeiterklasse]], [[a:Arbeitsprozess-Debatte]],  [[a:Armut/Reichtum]],  [[a:Automation]],  [[b:Bewegung]], [[b:Brecht-Linie]],  [[d:Dialektik]],  [[e:eingreifendes Denken]],  [[e:eingreifende Sozialforschung]],  [[e:Elemente der neuen Gesellschaft]],  [[e:Erfahrung]],  [[f:Familie]],  [[f:Form]], [[g:Geschichte]],  [[g:Geschichtsphilosophie]],  [[g:Geschlechterverhältnisse]], [[g:Gewohnheit]],  [[h:Hegemonie]],  [[h:Herrschaft]],  [[i:integraler Staat]],  [[i:Intellektuelle]], [[k:Kapital]],  [[k:Katastrophe]],  [[k:Konflikttheorien]],  [[k:Konterrevolution]], [[k:Kräfteverhältnis]],  [[k:Krise des Marxismus]],  <!--[-->[[k:Krisentheorien|Krisentheorien]]<!--]-->,  <!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--><!--[-->[[l:Lernen|Lernen]]<!--]-->,  <!--[-->[[m:Macht|Macht]]<!--]-->,  Negation,  Ordnung,  passive Revolution, Produktionsverhältnisse,  Produktivkräfte,  Revolution,  revolutionäre Realpolitik,  System,  Utopie,  Verfremdung,  Widerspruch, Zivilgesellschaft 
    
  
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