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k:kollektives_handeln [2015/04/05 21:11]
christian
k:kollektives_handeln [2018/02/26 21:29] (aktuell)
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 I. Kollektives, d.h. gemeinsames Handeln entspringt der Notwendigkeit, angesichts eines übermächtigen gesellschaftlichen Gegners zusammenzustehen. Was das »Gemeinsame« ist, kann sowohl durch die Handelnden selbst als auch durch ihnen »von oben« oder »von außen« angetragene Forderungen bestimmt sein. [...] »Proletarier aller Länder, vereinigt euch!«, heißt es am Ende des //Manifests// (...). Dass sie lernen müssen, gemeinsam zu handeln, ist für Marx keine Frage; den Ausdruck »kH« wird man aber weder bei ihm noch bei Engels finden. Es scheint, dass er eher für die Formen des Zusammen-Handelns, der [[k:Kooperation]] in der kapitalistischen [[g:Gesellschaft]] steht als für die einer anderen Welt. Seit kH auch für die durch einen <!--[-->[[m:Mangel|Mangel]]<!--]--> beschreibbaren Gruppen – ohne <!--[-->[[l:Lohnarbeit|Lohnarbeit]]<!--]-->, Wohnung oder Papiere – Bedeutung bekommen hat, kann man nicht mehr behaupten, dass das Entstehen einer gesellschaftlichen [[b:Bewegung]] aus dem Volk allein auf die Beseitigung von [[a:Ausbeutung]] gerichtet ist. Aber im Allgemeinen geht kH aus einer Zuspitzung der gesellschaftlichen <!--[-->[[a:Antagonismus|Antagonismen]]<!--]--> hervor; es kommt zu zunächst episodischen, dann dauerhafteren Forderungen. Nie handelt es sich um einen natürlichen Prozess, vielmehr um ein dynamisches Projekt, das die gesellschaftlichen Determinanten neu gruppiert und sich in die Formensprache und Logiken des vorangegangenen Handelns einschreibt; auch wenn es, z.B. angesichts global sich ausdehnender Aktionsfelder, dazu tendiert, diese Logiken neu zu erfinden oder zu organisieren. Während im Begriff »[[k:Kollektivierung]]« der Unterschied zwischen Verstaatlichung und Vergesellschaftung verschwindet, mithin eine ›passive‹ Beziehung zur [[a:Aneignung]] vorherrschend wird, kommt im kH ein zugleich transindividuelles und selbstbestimmtes Handeln zum Zuge. […] I. Kollektives, d.h. gemeinsames Handeln entspringt der Notwendigkeit, angesichts eines übermächtigen gesellschaftlichen Gegners zusammenzustehen. Was das »Gemeinsame« ist, kann sowohl durch die Handelnden selbst als auch durch ihnen »von oben« oder »von außen« angetragene Forderungen bestimmt sein. [...] »Proletarier aller Länder, vereinigt euch!«, heißt es am Ende des //Manifests// (...). Dass sie lernen müssen, gemeinsam zu handeln, ist für Marx keine Frage; den Ausdruck »kH« wird man aber weder bei ihm noch bei Engels finden. Es scheint, dass er eher für die Formen des Zusammen-Handelns, der [[k:Kooperation]] in der kapitalistischen [[g:Gesellschaft]] steht als für die einer anderen Welt. Seit kH auch für die durch einen <!--[-->[[m:Mangel|Mangel]]<!--]--> beschreibbaren Gruppen – ohne <!--[-->[[l:Lohnarbeit|Lohnarbeit]]<!--]-->, Wohnung oder Papiere – Bedeutung bekommen hat, kann man nicht mehr behaupten, dass das Entstehen einer gesellschaftlichen [[b:Bewegung]] aus dem Volk allein auf die Beseitigung von [[a:Ausbeutung]] gerichtet ist. Aber im Allgemeinen geht kH aus einer Zuspitzung der gesellschaftlichen <!--[-->[[a:Antagonismus|Antagonismen]]<!--]--> hervor; es kommt zu zunächst episodischen, dann dauerhafteren Forderungen. Nie handelt es sich um einen natürlichen Prozess, vielmehr um ein dynamisches Projekt, das die gesellschaftlichen Determinanten neu gruppiert und sich in die Formensprache und Logiken des vorangegangenen Handelns einschreibt; auch wenn es, z.B. angesichts global sich ausdehnender Aktionsfelder, dazu tendiert, diese Logiken neu zu erfinden oder zu organisieren. Während im Begriff »[[k:Kollektivierung]]« der Unterschied zwischen Verstaatlichung und Vergesellschaftung verschwindet, mithin eine ›passive‹ Beziehung zur [[a:Aneignung]] vorherrschend wird, kommt im kH ein zugleich transindividuelles und selbstbestimmtes Handeln zum Zuge. […]
  
-II. //<!--[-->[[k:Kritische Psychologie|Kritische Psychologie]]<!--]-->. -  //Klaus Holzkamp verwendet abwechselnd die Begriffe kollektiv, kooperativ und gemeinsam. So fasst er in seiner Rekonstruktion des Menschwerdungsprozesses als Wesensbestimmung menschlicher [[h:Handlungsfähigkeit]] die »gemeinsame Erweiterung der Verfügung über die <!--[-->[[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensbedingungen]]<!--]--> im allgemeinen [[i:Interesse]] der Erhöhung ›menschlicher‹ Lebensqualität« (1983). Dabei ist die »Teilhabe an der Verfügung über den Gesamtprozess gesellschaftlicher Produktion und Reproduktion« (...) zugleich als zentrale Dimension für die individuelle [[e:Entwicklung]] gefasst. +II. //<!--[-->[[k:Kritische Psychologie|Kritische Psychologie]]<!--]-->. -  //Klaus Holzkamp verwendet abwechselnd die Begriffe kollektiv, kooperativ und gemeinsam. So fasst er in seiner Rekonstruktion des <!--[-->[[m:Menschwerdung|Menschwerdung]]<!--]-->sprozesses als Wesensbestimmung menschlicher [[h:Handlungsfähigkeit]] die »gemeinsame Erweiterung der Verfügung über die <!--[-->[[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensbedingungen]]<!--]--> im allgemeinen [[i:Interesse]] der Erhöhung ›menschlicher‹ Lebensqualität« (1983). Dabei ist die »Teilhabe an der Verfügung über den Gesamtprozess gesellschaftlicher Produktion und Reproduktion« (...) zugleich als zentrale Dimension für die individuelle [[e:Entwicklung]] gefasst. 
  [...] Holzkamp setzt mit dem Aufweis der Verschränktheit individueller und kollektiver Interessen an der Überwindung einschränkender Lebensbedingungen kH als grundlegend; der Begriff ist Perspektive und zugleich Gradmesser für die konkreten Formen von kH, deren Begründungsfiguren als [[g:Gegensatz]] von »defensiv« oder »verfügungserweiternd« untersucht werden können. Freilich steht in Frage, inwieweit in konkreten Untersuchungen die polar-gegensätzlichen Begriffe das Ineinander oder gar Stützungsverhältnis von Unterwerfung/Anpassung und Erweiterung/<!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--> zu fassen erlauben.   [...] Holzkamp setzt mit dem Aufweis der Verschränktheit individueller und kollektiver Interessen an der Überwindung einschränkender Lebensbedingungen kH als grundlegend; der Begriff ist Perspektive und zugleich Gradmesser für die konkreten Formen von kH, deren Begründungsfiguren als [[g:Gegensatz]] von »defensiv« oder »verfügungserweiternd« untersucht werden können. Freilich steht in Frage, inwieweit in konkreten Untersuchungen die polar-gegensätzlichen Begriffe das Ineinander oder gar Stützungsverhältnis von Unterwerfung/Anpassung und Erweiterung/<!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--> zu fassen erlauben. 
    
  
-➫ [[a:Antizipation]], [[a:Arbeiterbewegung]],  [[a:Assoziation]],  [[a:Ausbeutung]],  [[b:Bewegung]],  [[d:Demokratie]], [[e:Entfremdung]],  [[e:Entscheidung]],  [[g:Gegenmacht]],  [[g:Gegenöffentlichkeit]], [[g:Generalstreik]],  [[g:geschichtlicher Block]],  [[h:Habitus]],  [[h:Handlung]], [[h:Handlungsfähigkeit]],  [[i:Individualismus]],  [[i:Individualität]],  [[i:Interesse]], [[k:Kampagne]],  [[k:Klasse an sich/für sich]],  [[k:Klassenbewusstsein]],  [[k:Kohärenz]], [[k:Kollektiv]],  [[k:Kollektivierung]],  [[k:Kommunismus]],  [[k:Kompetenz]], [[k:Kompetenz/Inkompetenz]],  [[k:Kooperation]],  <!--[-->[[l:Lernen|Lernen]]<!--]-->,  Massen,  Massenbewegung, Mythos,  Politik,  Politik außerhalb des Staates,  Praxis,  Proletariat, Repräsentation,  revolutionäres Subjekt,  Sein/Bewusstsein, Selbstbestimmung,  Solidarität,  soziale Bewegungen,  Spontaneität, Streik,  Subjekt,  Subjektwissenschaft,  Tätigkeit, Tendenz/Tendenzgesetze,  Umwälzung,  Utopie,  Vergesellschaftung, Verstaatlichung,  Widerstand,  Wille +➫ [[a:Antizipation]], [[a:Arbeiterbewegung]],  [[a:Assoziation]],  [[a:Ausbeutung]],  [[b:Bewegung]],  [[d:Demokratie]], [[e:Entfremdung]],  [[e:Entscheidung]],  [[g:Gegenmacht]],  [[g:Gegenöffentlichkeit]], [[g:Generalstreik]],  [[g:geschichtlicher Block]],  [[h:Habitus]],  [[h:Handlung]], [[h:Handlungsfähigkeit]],  [[i:Individualismus]],  [[i:Individualität]],  [[i:Interesse]], [[k:Kampagne]],  [[k:Klasse an sich/für sich]],  [[k:Klassenbewusstsein]],  [[k:Kohärenz]], [[k:Kollektiv]],  [[k:Kollektivierung]],  [[k:Kommunismus]],  [[k:Kompetenz]], [[k:Kompetenz/Inkompetenz]],  [[k:Kooperation]],  <!--[-->[[l:Lernen|Lernen]]<!--]-->,  Massen,  <!--[-->[[m:Massenbewegung, Massenorganisation|Massenbewegung]]<!--]-->, Mythos,  Politik,  Politik außerhalb des Staates,  Praxis,  Proletariat, Repräsentation,  revolutionäres Subjekt,  Sein/Bewusstsein, Selbstbestimmung,  Solidarität,  soziale Bewegungen,  Spontaneität, Streik,  Subjekt,  Subjektwissenschaft,  Tätigkeit, Tendenz/Tendenzgesetze,  Umwälzung,  Utopie,  Vergesellschaftung, Verstaatlichung,  Widerstand,  Wille 
    
  

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