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k:klassenlose_gesellschaft [2011/03/20 04:37]
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-I. Die Vision einer kG bzw. der Wunsch, sie zu errichten, ist so alt wie die Klassenspaltung der [[g:Gesellschaft]] selbst. Wir finden sie bei jüdischen Propheten, chinesischen Gelehrten und altgriechischen Dichtern schon lange vor unserer Zeitrechnung. Auch spielt sie bei den meisten der sog. utopischen Sozialisten und ersten Kommunisten, wie etwa Gracchus Babeuf, eine Rolle. Ihnen allen ist gemeinsam die Abwesenheit bzw. Abschaffung von Privateigentum sowie Bedingungen weitgehender ökonomischer und gesellschaftlicher [[g:Gleichheit]] und umfassender [[k:Kooperation]] in der Produktion wie im [[a:Alltag]]sleben. Dagegen sind die politischen Verhältnisse in der so konzipierten kG von den verschiedenen Autoren und Schulen sehr unterschiedlich gedacht worden. Bei den einen herrscht strenge Diktatur der Vernunft, wie etwa bei Platon und Thomas Morus. Bei den anderen sind Staat und Zwang praktisch verschwunden, wie in Charles Fouriers Phalanstères oder Wilhelm Weitlings kommunistischen Siedlungen. Mit dem Übergang vom utopischen zum wissenschaftlichen Sozialismus durch Marx und Engels und ihre bedeutendsten Schüler ändert sich auch die Vision des Endziels. Dieses bleibt weiterhin die kG, die die wichtigsten gesellschaftlichen Übel der in Klassen gespaltenen Gesellschaft – [[a:Ausbeutung]], Unterdrückung, [[g:Gewalt]] von Mensch gegen Mensch, [[e:Entfremdung]] der [[a:Arbeit]], Vereinsamung der Menschen, Verkrüppelung seiner Fähigkeiten usw. – überwinden soll.  +I. Die Vision einer kG bzw. der Wunsch, sie zu errichten, ist so alt wie die Klassenspaltung der [[g:Gesellschaft]] selbst. Wir finden sie bei jüdischen Propheten, chinesischen Gelehrten und altgriechischen Dichtern schon lange vor unserer Zeitrechnung. Auch spielt sie bei den meisten der sog. utopischen Sozialisten und ersten Kommunisten, wie etwa Gracchus Babeuf, eine Rolle. Ihnen allen ist gemeinsam die Abwesenheit bzw. Abschaffung von Privateigentum sowie Bedingungen weitgehender ökonomischer und gesellschaftlicher [[g:Gleichheit]] und umfassender [[k:Kooperation]] in der Produktion wie im [[a:Alltag]]sleben. Dagegen sind die politischen Verhältnisse in der so konzipierten kG von den verschiedenen Autoren und Schulen sehr unterschiedlich gedacht worden. Bei den einen herrscht strenge Diktatur der Vernunft, wie etwa bei Platon und Thomas Morus. Bei den anderen sind Staat und Zwang praktisch verschwunden, wie in Charles Fouriers Phalanstères oder Wilhelm Weitlings kommunistischen Siedlungen. Mit dem Übergang vom utopischen zum wissenschaftlichen Sozialismus durch Marx und Engels und ihre bedeutendsten Schüler ändert sich auch die Vision des Endziels. Dieses bleibt weiterhin die kG, die die wichtigsten gesellschaftlichen Übel der in Klassen gespaltenen Gesellschaft – [[a:Ausbeutung]], Unterdrückung, [[g:Gewalt]] von Mensch gegen Mensch, [[e:Entfremdung]] der [[a:Arbeit]], Vereinsamung der Menschen, Verkrüppelung seiner Fähigkeiten usw. – überwinden soll. 
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- II. In der marxistischen Philosophie des 20. Jh. spielt die kG eine wichtige Rolle: Sie ist die entscheidende soziale Grundlage für das, was Ernst Bloch als »Wunschlandschaft« beschreibt (//PH,// Kap. 40 u. 41), die seit Jahrhunderten als »Prinzip [[h:Hoffnung]]« die menschlichen Kämpfe für [[b:Befreiung]] und [[g:Gerechtigkeit]] antreibt. […] Seit der Auflösung der SU 1991 hat sich die Diskussion um eine kG von den Problemen des ›real existierenden Sozialismus‹ entfernt. Die wichtigsten [[f:Frage]]n der jetzigen Auseinandersetzungen sind: 1. Gleichheit, [[f:Freiheit]] und [[d:Demokratie]] in der kG; 2. die Überwindung von Macht und Staat in einer kG; 3. das Verhältnis zwischen der [[a:Aufhebung]] der [[k:Klassenherrschaft]] und den anderen [[f:Form]]en von [[h:Herrschaft]]: Patriarchat, ethnische und rassistische Unterdrückung, Sexismus, zerstörerische Herrschaft über die Natur. Mit anderen Worten, die Abschaffung der Klassen wird aufgefasst als notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung für eine freie menschliche [[e:Entwicklung]] und für ein neues, von Ausbeutung freies Verhältnis zur Umwelt. +II. In der marxistischen Philosophie des 20. Jh. spielt die kG eine wichtige Rolle: Sie ist die entscheidende soziale Grundlage für das, was Ernst Bloch als »Wunschlandschaft« beschreibt (//PH,// Kap. 40 u. 41), die seit Jahrhunderten als »Prinzip [[h:Hoffnung]]« die menschlichen Kämpfe für [[b:Befreiung]] und [[g:Gerechtigkeit]] antreibt. […] Seit der Auflösung der SU 1991 hat sich die Diskussion um eine kG von den Problemen des ›real existierenden Sozialismus‹ entfernt. Die wichtigsten [[f:Frage]]n der jetzigen Auseinandersetzungen sind: 1. Gleichheit, [[f:Freiheit]] und [[d:Demokratie]] in der kG; 2. die Überwindung von <!--[-->[[m:Macht|Macht]]<!--]--> und Staat in einer kG; 3. das Verhältnis zwischen der [[a:Aufhebung]] der [[k:Klassenherrschaft]] und den anderen [[f:Form]]en von [[h:Herrschaft]]: Patriarchat, ethnische und rassistische Unterdrückung, Sexismus, zerstörerische Herrschaft über die Natur. Mit anderen Worten, die Abschaffung der Klassen wird aufgefasst als notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung für eine freie menschliche [[e:Entwicklung]] und für ein neues, von Ausbeutung freies Verhältnis zur Umwelt. 
    
  
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