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k:kapitallogik [2013/03/09 13:44]
christian
k:kapitallogik [2015/05/19 15:01] (aktuell)
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 II. Die Geburtsstunde der skandinavischen »K« – und wohl auch des Terms überhaupt – schlug 1973, als der junge dänische Forscher Hans-Jørgen Schanz seinen Versuch einer »Rekonstruktion des umfangslogischen Status« der marxschen KrpÖ publizierte. Das Buch wurde schnell berühmt in linken Kreisen der meisten nordischen Universitäten. Schanz knüpft an die Marx-Rekonstruktionsbewegung in den westdeutschen Universitäten an (Roman Rosdolsky, Helmut Reichelt, Alfred Schmidt), akzentuierte aber – im Unterschied zur ökonomiezentrierten Version der K, wie sie z.B. von Elmar Altvater vertreten wurde – bes. die kultur- und zivilisationskritische Bedeutung des marxschen Textkorpus. Das lag insofern nahe, als Schanz vom Fach her Ideenhistoriker war. Damit stand er Reichelts Ansichten nahe, auch darin, dass er die Ökonomiekritik von Marx als ein Analogon zu Hegels Logik betrachtete. Ein weiterer Vertreter dänischer Kapitallogik war Anders Lundkvist, der wie Schanz sich eng an Reichelt anschließt. Auch Lundkvist sieht Marx insofern in der Nachfolge Hegels, als auch für ihn die Forschungsmethode unablösbar sei von ihrem konkreten Gegenstand: »jede ahistorische und universelle Methode muss zurückgewiesen werden. [...] Das Objekt des ›Kapitals‹ ist der [[k:Kapitalismus]], und seine Methode muss sich demnach nach der spezifischen Struktur dieser Produktionsweise richten« (1975). Der fehlerhafte [[i:Idealismus/Materialismus|Idealismus]] der bürgerlichen Wissenschaft bestehe gerade darin, dass sie »die Methode als ein ahistorisches (unveränderliches) Schema betrachtet, das – vom ›reinen Verstand‹ ausgedacht – auf jedweden Untersuchungsgegenstand angewandt werden kann« (...). In ganz ähnlichem Sinn wollte Schanz die »Umfangslogik« der KrpÖ neu bestimmen, um nachzuweisen, dass immer wieder falsche Universalitätsansprüche innerhalb der marxistischen Theorietradition erhoben worden sind, v.a. materialistisch-geschichtsphilosophischer und anthropologischer Art. […] Schanz’ Programm besteht also darin, die [[d:Dialektik]] als Philosophie – und die marxistische Philosophie überhaupt – durch eine »K« zu ersetzen und die marxsche Ökonomiekritik auf eine Theorie der Materialitäts-, Interventions- und Subsumtionsformen des Kapitals zu beschränken (…). II. Die Geburtsstunde der skandinavischen »K« – und wohl auch des Terms überhaupt – schlug 1973, als der junge dänische Forscher Hans-Jørgen Schanz seinen Versuch einer »Rekonstruktion des umfangslogischen Status« der marxschen KrpÖ publizierte. Das Buch wurde schnell berühmt in linken Kreisen der meisten nordischen Universitäten. Schanz knüpft an die Marx-Rekonstruktionsbewegung in den westdeutschen Universitäten an (Roman Rosdolsky, Helmut Reichelt, Alfred Schmidt), akzentuierte aber – im Unterschied zur ökonomiezentrierten Version der K, wie sie z.B. von Elmar Altvater vertreten wurde – bes. die kultur- und zivilisationskritische Bedeutung des marxschen Textkorpus. Das lag insofern nahe, als Schanz vom Fach her Ideenhistoriker war. Damit stand er Reichelts Ansichten nahe, auch darin, dass er die Ökonomiekritik von Marx als ein Analogon zu Hegels Logik betrachtete. Ein weiterer Vertreter dänischer Kapitallogik war Anders Lundkvist, der wie Schanz sich eng an Reichelt anschließt. Auch Lundkvist sieht Marx insofern in der Nachfolge Hegels, als auch für ihn die Forschungsmethode unablösbar sei von ihrem konkreten Gegenstand: »jede ahistorische und universelle Methode muss zurückgewiesen werden. [...] Das Objekt des ›Kapitals‹ ist der [[k:Kapitalismus]], und seine Methode muss sich demnach nach der spezifischen Struktur dieser Produktionsweise richten« (1975). Der fehlerhafte [[i:Idealismus/Materialismus|Idealismus]] der bürgerlichen Wissenschaft bestehe gerade darin, dass sie »die Methode als ein ahistorisches (unveränderliches) Schema betrachtet, das – vom ›reinen Verstand‹ ausgedacht – auf jedweden Untersuchungsgegenstand angewandt werden kann« (...). In ganz ähnlichem Sinn wollte Schanz die »Umfangslogik« der KrpÖ neu bestimmen, um nachzuweisen, dass immer wieder falsche Universalitätsansprüche innerhalb der marxistischen Theorietradition erhoben worden sind, v.a. materialistisch-geschichtsphilosophischer und anthropologischer Art. […] Schanz’ Programm besteht also darin, die [[d:Dialektik]] als Philosophie – und die marxistische Philosophie überhaupt – durch eine »K« zu ersetzen und die marxsche Ökonomiekritik auf eine Theorie der Materialitäts-, Interventions- und Subsumtionsformen des Kapitals zu beschränken (…).
  
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