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 Nach einer ersten Phase von den 1860er Jahren bis ins letzte Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg, in der die sozialdemokratische [[a:Arbeiterbewegung]] kompensatorische Elementarbildung für Arbeiter mit [[k:Klassenkampf]]erziehung verbindet, ändert sich Arbeiterbildung mit den erkämpften tarifvertraglichen und arbeitsrechtlichen Regulierungen des Klassenverhältnisses von <!--[-->[[l:Lohnarbeit|Lohnarbeit]]<!--]--> und Kapital. In der Weimarer Republik – besonders mit der Schaffung einer neuen Kategorie von [[f:Funktionär]]en durch das Betriebsrätegesetz von 1920 – praktizieren die Gewerkschaften [[b:Bildung]] überwiegend als »spezialisierte Funktionärsschulung« (…) im organisationspolitschen Interesse. Als solche ist sie Mittel zum Zweck der Verbandsintegration einschließlich vielfältiger Aus- und Abgrenzungen nach links (Kommunisten) und rechts (Unorganisierte und konkurrierende Richtungsgewerkschaften). Die gewerkschaftliche Vorstellung funktionaler Zweckbildung artikuliert sich auf der Grundlage der Funktionsteilung von Partei(en) und Gewerkschaften bisweilen aggressiv und polemisch, so in dem Credo, die Gewerkschaften hätten den Betriebsräten nicht »den Unterschied zwischen bürgerlicher und marxistischer Buchführung klarzumachen« (//SGZ //1927). Nach einer ersten Phase von den 1860er Jahren bis ins letzte Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg, in der die sozialdemokratische [[a:Arbeiterbewegung]] kompensatorische Elementarbildung für Arbeiter mit [[k:Klassenkampf]]erziehung verbindet, ändert sich Arbeiterbildung mit den erkämpften tarifvertraglichen und arbeitsrechtlichen Regulierungen des Klassenverhältnisses von <!--[-->[[l:Lohnarbeit|Lohnarbeit]]<!--]--> und Kapital. In der Weimarer Republik – besonders mit der Schaffung einer neuen Kategorie von [[f:Funktionär]]en durch das Betriebsrätegesetz von 1920 – praktizieren die Gewerkschaften [[b:Bildung]] überwiegend als »spezialisierte Funktionärsschulung« (…) im organisationspolitschen Interesse. Als solche ist sie Mittel zum Zweck der Verbandsintegration einschließlich vielfältiger Aus- und Abgrenzungen nach links (Kommunisten) und rechts (Unorganisierte und konkurrierende Richtungsgewerkschaften). Die gewerkschaftliche Vorstellung funktionaler Zweckbildung artikuliert sich auf der Grundlage der Funktionsteilung von Partei(en) und Gewerkschaften bisweilen aggressiv und polemisch, so in dem Credo, die Gewerkschaften hätten den Betriebsräten nicht »den Unterschied zwischen bürgerlicher und marxistischer Buchführung klarzumachen« (//SGZ //1927).
  
-Die Auflösung des (zumindest unterstellten) Zusammenhangs von Arbeiterbewegung und Marxismus als ihrer politischen Theorie als Folge des [[f:Faschismus]], des [[k:Kalter Krieg|Kalten Kriegs]] und fordistischer [[k:Klassenkompromiss]]der fünfziger Jahre markiert das Ende dieses – nach Negt – zweiten Entwicklungsstadiums der Arbeiterbildung. In dem Maße, wie die Gewerkschaften auf eine Theorie der Arbeiterbewegung verzichten, tendiert ihre Bildungsarbeit dazu, »die Bildung des Bewusstseins auf die <!--[-->[[a:Aneignung|Aneignung]]<!--]--> organisationspraktischer Informationen zu reduzieren« (1968). Der Seminarunterricht erfolgt auf der Grundlage funktionalistischer Modelle der Wirtschaftswissenschaften, des Arbeitsrechts und der politischen Wissenschaften (zu Recht/Politik siehe auch ...). Gewerkschaften und bürgerliche Wissenschaften koexistieren auf unkritische Weise. Die Wissensvermittlung ist bestimmt durch die bestehenden Praxisformen gewerkschaftlicher Interessenvertretung und funktional beschränkt auf die Auslegung von Tarifverträgen und arbeitsrechtlichen Normen oder die Anwendung von Methoden der Arbeitsbewertung (...). Bildungsziel ist der im Sinne eines »Anwalts erworbener Rechte« (...) tätige, handlungsfähige Gewerkschaftsfunktionär. +Die Auflösung des (zumindest unterstellten) Zusammenhangs von Arbeiterbewegung und Marxismus als ihrer politischen Theorie als Folge des [[f:Faschismus]], des [[k:Kalter Krieg|Kalten Kriegs]] und fordistischer [[k:klassenkompromiss|Klassenkompromisse]] der fünfziger Jahre markiert das Ende dieses – nach Negt – zweiten Entwicklungsstadiums der Arbeiterbildung. In dem Maße, wie die Gewerkschaften auf eine Theorie der Arbeiterbewegung verzichten, tendiert ihre Bildungsarbeit dazu, »die Bildung des Bewusstseins auf die <!--[-->[[a:Aneignung|Aneignung]]<!--]--> organisationspraktischer Informationen zu reduzieren« (1968). Der Seminarunterricht erfolgt auf der Grundlage funktionalistischer Modelle der Wirtschaftswissenschaften, des Arbeitsrechts und der politischen Wissenschaften (zu Recht/Politik siehe auch ...). Gewerkschaften und bürgerliche Wissenschaften koexistieren auf unkritische Weise. Die Wissensvermittlung ist bestimmt durch die bestehenden Praxisformen gewerkschaftlicher Interessenvertretung und funktional beschränkt auf die Auslegung von Tarifverträgen und arbeitsrechtlichen Normen oder die Anwendung von Methoden der Arbeitsbewertung (...). Bildungsziel ist der im Sinne eines »Anwalts erworbener Rechte« (...) tätige, handlungsfähige Gewerkschaftsfunktionär. 
    
  

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