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e:erziehung [2015/05/09 17:43]
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-Bemerkenswert ist, dass die Begründung des [[h:historischer Materialismus|historischen Materialismus]] im Werk von Marx und Engels und der endgültige Bruch mit dem [[e:Edukationismus]] der bürgerlichen [[a:Aufklärung]] im gleichen Zug erfolgen. Das Engagement für die freie Entfaltung der Menschen und für die Schaffung entsprechender Bedingungen ist bestimmend für die theoretischen und empirischen Studien der frühen Phase (Marx, //Ms 44//; Engels, //Briefe aus London, //1843; //Lage//). Marx und Engels schreiben hier noch als Anwälte der Expropriierten, was ihr Interesse für die Entwürfe der utopischen Sozialisten erklärt. Den Schlüsseltext für den Bruch mit edukationistischen Vorstellungen von Gesellschaftsveränderung stellen die //ThF //(1845) dar, nach übereinstimmender Auffassung Dokument des Übergangs zum ›reifen‹ Werk, ungeachtet aller Differenzen – etwa zwischen Althusser (1968 u. //DKL//) und Sève (1972) – über die Radikalität dieses Wechsels der Problemstellung. Ausgehend von der Bedeutung der »gegenständlichen Tätigkeit« der Menschen für ihre [[e:Entwicklung]] wird in den Thesen ein zweifacher Einwand gegen die Erziehungsstrategien der utopischen Sozialisten formuliert: der unausweichliche Zirkel bei der Schaffung eines pädagogischen Milieus (»dass die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muss«), und vor allem die notwendige Teilung der Gesellschaft in zwei Teile, »von denen der eine über Ihr [der Gesellschaft] erhaben ist« (//ThF//). Schlussfolgerung: »Das Zusammenfallen des Ändern[s] der Umstände und der menschlichen Tätigkeit oder Selbstveränderung kann nur als //revolutionäre Praxis //gefaßt und rationell verstanden werden.« (...). Dies, nicht mehr die E, ist der einzige Weg zur menschlichen Gesellschaft oder »gesellschaftlichen Menschheit« (These 10). [...]+Bemerkenswert ist, dass die Begründung des [[h:historischer Materialismus|historischen Materialismus]] im Werk von Marx und Engels und der endgültige Bruch mit dem [[e:Edukationismus]] der bürgerlichen [[a:Aufklärung]] im gleichen Zug erfolgen. Das Engagement für die freie Entfaltung der Menschen und für die Schaffung entsprechender Bedingungen ist bestimmend für die theoretischen und empirischen Studien der frühen Phase (Marx, //Ms 44//; Engels, //Briefe aus London, //1843; //Lage//). Marx und Engels schreiben hier noch als Anwälte der Expropriierten, was ihr Interesse für die Entwürfe der utopischen Sozialisten erklärt. Den Schlüsseltext für den Bruch mit edukationistischen Vorstellungen von Gesellschaftsveränderung stellen die //ThF //(1845) dar, nach übereinstimmender Auffassung Dokument des Übergangs zum ›reifen‹ Werk, ungeachtet aller Differenzen – etwa zwischen Althusser (1968 u. //DKL//) und Sève (1972) – über die Radikalität dieses Wechsels der Problemstellung. Ausgehend von der Bedeutung der »gegenständlichen Tätigkeit« der Menschen für ihre [[e:Entwicklung]] wird in den Thesen ein zweifacher Einwand gegen die Erziehungsstrategien der utopischen Sozialisten formuliert: der unausweichliche Zirkel bei der Schaffung eines pädagogischen Milieus (»dass die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muss«), und vor allem die notwendige Teilung der Gesellschaft in zwei Teile, »von denen der eine über Ihr [der Gesellschaft] erhaben ist« (//ThF//). Schlussfolgerung: »Das Zusammenfallen des Ändern[s] der Umstände und der menschlichen Tätigkeit oder Selbstveränderung kann nur als //revolutionäre Praxis //gefaßt und rationell verstanden werden.« (...). Dies, nicht mehr die E, ist der einzige Weg zur menschlichen Gesellschaft oder »gesellschaftlichen <!--[-->[[m:Menschheit|Menschheit]]<!--]-->« (These 10). [...]
  
 Der Kampf gegen die ideologischen Mächte (Engels), Staat und [[k:Kirche]], und gegen die alte [[a:Arbeitsteilung]] sind Leitmotive der Beschäftigung von Marx und Engels mit Erziehungsfragen. Sie bestimmen [[b:Bildung|bildungs-]] und sozialpolitische Forderungen in programmatischen Texten (Engels, //Grundsätze des Kommunismus,// 1847, //Manifest,// Marx, //Instruktionen an die Delegierten des provisorischen Zentralrats,// 1866). Das von Marx und Engels nie revidierte Ziel ist, auf eine kurze Formel gebracht, »Erziehung und Fabrikation zusammen« (//Grundsätze des Kommunismus//), d.h. die Verbindung der E mit produktiver [[a:Arbeit]] bei Ausweitung des Kinder- und Jugendarbeitsschutzes. Dabei ist die Überzeugung bestimmend, dass die Teilung der Arbeit durch den technischen Fortschritt bereits im [[k:Kapitalismus]] »untergraben« werde, dass nämlich planende und disponierende Tätigkeiten auch auf Seiten der Arbeiter notwendig werden, was unter der [[h:Herrschaft]] des [[k:Kapital]]s freilich nur bei Erzeugung neuer Widersprüche möglich wird (vgl. PAQ 1987). [...] Der Kampf gegen die ideologischen Mächte (Engels), Staat und [[k:Kirche]], und gegen die alte [[a:Arbeitsteilung]] sind Leitmotive der Beschäftigung von Marx und Engels mit Erziehungsfragen. Sie bestimmen [[b:Bildung|bildungs-]] und sozialpolitische Forderungen in programmatischen Texten (Engels, //Grundsätze des Kommunismus,// 1847, //Manifest,// Marx, //Instruktionen an die Delegierten des provisorischen Zentralrats,// 1866). Das von Marx und Engels nie revidierte Ziel ist, auf eine kurze Formel gebracht, »Erziehung und Fabrikation zusammen« (//Grundsätze des Kommunismus//), d.h. die Verbindung der E mit produktiver [[a:Arbeit]] bei Ausweitung des Kinder- und Jugendarbeitsschutzes. Dabei ist die Überzeugung bestimmend, dass die Teilung der Arbeit durch den technischen Fortschritt bereits im [[k:Kapitalismus]] »untergraben« werde, dass nämlich planende und disponierende Tätigkeiten auch auf Seiten der Arbeiter notwendig werden, was unter der [[h:Herrschaft]] des [[k:Kapital]]s freilich nur bei Erzeugung neuer Widersprüche möglich wird (vgl. PAQ 1987). [...]

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