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e:entwicklungslaender [2012/10/25 13:17]
christian
e:entwicklungslaender [2018/02/26 21:29] (aktuell)
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-Die Entstehung des Begriffs ›underdeveloped countries‹ (unterentwickelte Länder) wird in der Regel auf das »Point Four-Program« der US-Außenpolitik im Jahre 1949 zurückgeführt. Damit sollten alle Kolonialländer oder ›junge Nationen‹ bezeichnet werden, die durch weitverbreitete Armut und ökonomisch-technische Rückständigkeit – im Vergleich zu entwickelten kapitalistischen Ländern – gekennzeichnet waren. Im Laufe der fünfziger Jahre wurde der Begriff von der UN, den nationalen und internationalen Entwicklungsinstitutionen sowie von den meisten Wissenschaftlern, die sich mit diesen Ländern befassten, übernommen und in die freundlichere und diplomatischere Version von ›developing countries‹ transformiert. Soweit mit diesem Begriff mehr als eine Merkmalsbeschreibung (von Defiziten gegenüber den entwickelten kapitalistischen Gesellschaften) verbunden war, beruhte seine theoretische Herkunft und Zielrichtung auf der sogenannten Modernisierungstheorie, die seit den 50er Jahren zum beherrschenden Paradigma sozialer und politischer Entwicklung zu werden sich anschickte. Vor diesem Hintergrund wurden E als vormoderne (= traditionale) Gesellschaften wahrgenommen, die sich durch das Vorbild der entwickelten Gesellschaften und auch aus inneren Antrieben heraus auf den Weg zur Modernität (= Entwicklungsstand entwickelter kapitalistischer Gesellschaften) begeben hätten bzw. deren Bestimmung darin lag, dies zu tun. Trotz mancher theoretischer Kritik am so verstandenen (und ›[[e:Entwicklung]]‹ generell vortäuschenden) Begriff und trotz starker Ausdifferenzierung dessen, was unter E subsumiert werden konnte, insbesondere seit den siebziger Jahren, wurde der Begriff in Politik, internationalen Organisationen und letztlich auch Wissenschaft beibehalten, allerdings mit verschiedenen präzisierenden Attributen versehen (Schwellenländer, Erdölländer, am wenigsten entwickelte Länder etc.). – Marxistische Wissenschaftler haben die Begriffe ›Unterentwicklung›, ›unterentwickelte Gesellschaften‹, ›peripherer Kapitalismus‹ oder ›[[d:Dritte Welt]]‹ meistens vorgezogen, obwohl auch diese Termini nicht in jedem Fall exakt sind und nicht alle Strukturmerkmale dieser Ländergruppe zu erfassen vermögen. +Die Entstehung des Begriffs ›underdeveloped countries‹ (unterentwickelte Länder) wird in der Regel auf das »Point Four-Program« der US-Außenpolitik im Jahre 1949 zurückgeführt. Damit sollten alle Kolonialländer oder ›junge Nationen‹ bezeichnet werden, die durch weitverbreitete Armut und ökonomisch-technische Rückständigkeit – im Vergleich zu entwickelten kapitalistischen Ländern – gekennzeichnet waren. Im Laufe der fünfziger Jahre wurde der Begriff von der UN, den nationalen und internationalen Entwicklungsinstitutionen sowie von den meisten Wissenschaftlern, die sich mit diesen Ländern befassten, übernommen und in die freundlichere und diplomatischere Version von ›developing countries‹ transformiert. Soweit mit diesem Begriff mehr als eine Merkmalsbeschreibung (von Defiziten gegenüber den entwickelten kapitalistischen Gesellschaften) verbunden war, beruhte seine theoretische Herkunft und Zielrichtung auf der sogenannten Modernisierungstheorie, die seit den 50er Jahren zum beherrschenden Paradigma sozialer und politischer Entwicklung zu werden sich anschickte. Vor diesem Hintergrund wurden E als vormoderne (= traditionale) Gesellschaften wahrgenommen, die sich durch das Vorbild der entwickelten Gesellschaften und auch aus inneren Antrieben heraus auf den Weg zur Modernität (= Entwicklungsstand entwickelter kapitalistischer Gesellschaften) begeben hätten bzw. deren Bestimmung darin lag, dies zu tun. Trotz mancher theoretischer <!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--> am so verstandenen (und ›[[e:Entwicklung]]‹ generell vortäuschenden) Begriff und trotz starker Ausdifferenzierung dessen, was unter E subsumiert werden konnte, insbesondere seit den siebziger Jahren, wurde der Begriff in Politik, internationalen Organisationen und letztlich auch Wissenschaft beibehalten, allerdings mit verschiedenen präzisierenden Attributen versehen (Schwellenländer, Erdölländer, am wenigsten entwickelte Länder etc.). – Marxistische Wissenschaftler haben die Begriffe ›Unterentwicklung›, ›unterentwickelte Gesellschaften‹, ›peripherer Kapitalismus‹ oder ›[[d:Dritte Welt]]‹ meistens vorgezogen, obwohl auch diese Termini nicht in jedem Fall exakt sind und nicht alle Strukturmerkmale dieser Ländergruppe zu erfassen vermögen. 
    
  
-➫ [[a:Abkopplung]], [[a:Antikolonialismus]],  [[a:Armut/Reichtum]],  [[a:asiatische Produktionsweise]], [[a:Ausbeutung]],  [[b:Blockfreiheit]],  [[d:Dritte Welt]],  [[e:Entkolonisierung]], [[e:Entwicklung]],  [[e:Epoche]],  [[g:geschichtslose Völker]],  [[g:Gesellschaftsformation]], [[g:Globalisierung]],  [[i:Imperialismus]],  [[i:internationale Arbeitsteilung]],  [[k:Kalter Krieg]],  [[k:koloniale Produktionsweise]],  [[k:Kolonialismus]],  Marginalisierung, Metropolen,  Modernisierung,  nachholende Modernisierung,  nationale Befreiung,  Nationalstaat,  Neokolonialismus,  Neue Weltwirtschaftsordnung,  Nord-Süd-Konflikt,  Ökologie, Peripherie/Zentrum,  Reproduktionsbedingungen,  Schuldenkrise,  Tausch, transnationale Konzerne,  ungleicher Tausch,  Unterentwicklung, Weltmarkt,  Weltsystem,  Weltwirtschaft,  Wertgesetz +➫ [[a:Abkopplung]], [[a:Antikolonialismus]],  [[a:Armut/Reichtum]],  [[a:asiatische Produktionsweise]], [[a:Ausbeutung]],  [[b:Blockfreiheit]],  [[d:Dritte Welt]],  [[e:Entkolonisierung]], [[e:Entwicklung]],  [[e:Epoche]],  [[g:geschichtslose Völker]],  [[g:Gesellschaftsformation]], [[g:Globalisierung]],  [[i:Imperialismus]],  [[i:internationale Arbeitsteilung]],  [[k:Kalter Krieg]],  [[k:koloniale Produktionsweise]],  [[k:Kolonialismus]],  <!--[-->[[m:Marginalisierung|Marginalisierung]]<!--]--><!--[-->[[m:Metropole|Metropole]]<!--]-->n,  Modernisierung,  nachholende Modernisierung,  nationale Befreiung,  Nationalstaat,  Neokolonialismus,  Neue Weltwirtschaftsordnung,  Nord-Süd-Konflikt,  Ökologie, Peripherie/Zentrum,  Reproduktionsbedingungen,  Schuldenkrise,  Tausch, transnationale Konzerne,  ungleicher Tausch,  Unterentwicklung, Weltmarkt,  Weltsystem,  Weltwirtschaft,  Wertgesetz 
    
  
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