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e:endloesung [2012/10/25 13:09]
christian
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-Der Begriff E erhielt seinen definitiven Bedeutungsinhalt 1941, als die deutschen Machthaber, beginnend auf dem eroberten Territorium der UdSSR, die systematische Tötung der Juden ins Werk setzten. Bereits in der unmittelbaren Planungsphase, als in einem Befehl des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) vom 20. Mai 1941 auf die »zweifellos kommende E der [[j:Judenfrage]]« verwiesen wurde, diente der Begriff zur Tarnung der Verbrechen (Nürnb. Dok. 3104, zit.n. Kogon 1986). Parallel benutzten die Täter intern und öffentlich statt E auch andere Bezeichnungen: »Lösung«, »Gesamtlösung«, »Umsiedlung«, »Aussiedlung«, »Evakuierung«, »Abschaffung«, »Sonderbehandlung«. Als ins Reichsgebiet mehr und mehr Nachrichten über den Judenmord gelangten und unter der Bevölkerung besprochen wurden, verfügte Reichsleiter Martin Bormann, Chef der Parteikanzlei, am 11. Juli 1943, dass bei »der öffentlichen Behandlung der Judenfrage [...] jede Erörterung einer künftigen Gesamtlösung« unterbleiben müsse (Rundschr. 33/43, zit.n. Fleming 1982). Deutsche Gerichte verhängten gegen »Reichsbürger« und zwangsverschleppte Ausländer Freiheitsstrafen, die z.B. die Ermordung der Juden mittels Giftgas behauptet hatten. +Der Begriff E erhielt seinen definitiven Bedeutungsinhalt 1941, als die deutschen <!--[-->[[m:Macht|Macht]]<!--]-->haber, beginnend auf dem eroberten Territorium der UdSSR, die systematische Tötung der Juden ins Werk setzten. Bereits in der unmittelbaren Planungsphase, als in einem Befehl des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) vom 20. Mai 1941 auf die »zweifellos kommende E der [[j:Judenfrage]]« verwiesen wurde, diente der Begriff zur Tarnung der Verbrechen (Nürnb. Dok. 3104, zit.n. Kogon 1986). Parallel benutzten die Täter intern und öffentlich statt E auch andere Bezeichnungen: »Lösung«, »Gesamtlösung«, »Umsiedlung«, »Aussiedlung«, »Evakuierung«, »Abschaffung«, »Sonderbehandlung«. Als ins Reichsgebiet mehr und mehr Nachrichten über den Judenmord gelangten und unter der Bevölkerung besprochen wurden, verfügte Reichsleiter Martin Bormann, Chef der Parteikanzlei, am 11. Juli 1943, dass bei »der öffentlichen Behandlung der Judenfrage [...] jede Erörterung einer künftigen Gesamtlösung« unterbleiben müsse (Rundschr. 33/43, zit.n. Fleming 1982). Deutsche Gerichte verhängten gegen »Reichsbürger« und zwangsverschleppte Ausländer Freiheitsstrafen, die z.B. die Ermordung der Juden mittels Giftgas behauptet hatten. 
  
 In seiner mörderischen Bedeutung wurde der Begriff E in die Sprache der Publizistik und der Sozialwissenschaften übernommen. Er findet sich in Buchtiteln (u.a. Reitlinger 1953; Gilbert 1982; Aly 1995) meist unter Hinzufügung erläuternder Untertitel. E konkurriert mit den Begriffen //[[h:Holokaust|Holocaust]], [[g:Genozid]], Shoah. //Dem Geschehen am angemessensten erscheint aber die sprachliche Erfassung als »Massenmord an den europäischen Juden«. Sie lässt allerdings unberücksichtigt, dass die Mörder selbst im Norden Afrikas lebende Juden erreichten und dass die Machthaber in Deutschland zugleich eine »E der Zigeunerfrage« ins Werk gesetzt hatten und Sinti und Roma an den gleichen Orten wie die Juden ermordeten.  In seiner mörderischen Bedeutung wurde der Begriff E in die Sprache der Publizistik und der Sozialwissenschaften übernommen. Er findet sich in Buchtiteln (u.a. Reitlinger 1953; Gilbert 1982; Aly 1995) meist unter Hinzufügung erläuternder Untertitel. E konkurriert mit den Begriffen //[[h:Holokaust|Holocaust]], [[g:Genozid]], Shoah. //Dem Geschehen am angemessensten erscheint aber die sprachliche Erfassung als »Massenmord an den europäischen Juden«. Sie lässt allerdings unberücksichtigt, dass die Mörder selbst im Norden Afrikas lebende Juden erreichten und dass die Machthaber in Deutschland zugleich eine »E der Zigeunerfrage« ins Werk gesetzt hatten und Sinti und Roma an den gleichen Orten wie die Juden ermordeten. 
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e/endloesung.1351163378.txt.gz · Zuletzt geändert: 2012/10/25 13:09 von christian     Nach oben
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